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Nr. 77-80
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Zeitschrift Nr. 127, Dezember 2013

In der Nummer 127 unserer Zeitschrift finden sich folgende Themen:

Ausgabe 127


Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

wieder einmal gilt es zum Jahresende einen Rückblick zu halten und zu danken.
Gerne beginne ich mit dem Dank an alle, die sich der Hl. Hildegard verpflichtet wissen, sich engagierten und einsetzten, uns ermutigten und unterstützten und für die vielen kleinen und großen Zeichen der Treue und Freundschaft. Ihnen allen sei auch im Namen des Vorstandes ein herzliches DANKE gesagt.
Die persönliche Rückschau auf 2013 wird unterschiedlich ausfallen: Die einen sind eher froh gestimmt und voller Freude und beglückender Momente, andere mehr traurig durch Abschieds- und Verlustereignisse. Über aller Trauer steht für uns die Zuversicht einer zweiten Heimat, die ewig ist. Diese Hoffnung lässt manches Kreuz leichter tragen. Einen Ausblick auf diese zweite Heimat zu geben, war zeitlebens das Anliegen der Hl. Hildegard. All ihre geistlichen und lebenspraktischen Werke zeugen davon und wollen helfen, in dieser Gewissheit schon jetzt zu leben.
Ein großer Zeitsprung geht 100 Jahre zurück zum Geburtsdatum von Dr. med. Gottfried Hertzka. Im Arzt- und Forscherleben fühlte er sich dem Auftrag Hildegard von Bingens verpflichtet und hat entscheidende Pionierarbeit geleistet. Waren unsere Hefte im vergangenen Jahr durch die Anerkennung Hildegards als Heilige der Weltkirche und ihre Ernennung zur Kirchenlehrerin geprägt, steht nun in dieser Zeitschrift der naturheilkundliche Aspekt im Vordergrund: Freilich in dem großen Zusammenhang, den Sr. Philippa von der Abtei St. Hildegard einmal sinngemäß so ausdrückte: „ Ein Teil der Besucher kommt in unser Kloster durch die ´Dinkeltür´ herein und geht durch eine andere Tür hinaus.“ So will uns die hildegardische Naturheilkunde und Medizin auf den großen Schöpfergott und den großen Arzt und Heiland Christus hinweisen. Dies darzustellen war auch Dr. Hertzka immer wichtig.
In diesem Sinn wünsche ich Ihnen und Euch eine gute vorbereitende Adventszeit, ein erfülltes Weihnachten 2013 und ein segensreiches neues Jahr

Ihr
Michael Ptok

Präsident der Internationalen Gesellschaft Hildegard von Bingen


Gedenken an Dr. med. Gottfried Hertzka

Die Verbreitung der Naturheilkunde Hildegard von Bingens ist wesentlich mit der Person und dem Wirken des Arztes Dr. med. Hertzka (*1913 - +1997) verbunden. Vielen, die ihn kennen lernen konnten, ist er heute noch lebhaft in Erinnerung als ein Wegbereiter, der gradlinig und konsequent nach seiner Überzeugung handelte und dabei auch durchaus streitbar sein konnte.
Er wurde als Sohn eines österreichischen Kurarztes geboren und kam früh mit den lateinischen Texten der Heiligen in Kontakt, die er übersetzte. Glücklicherweise ergriff er ebenfalls den ärztlichen Beruf, so dass er die vielfältigen Rezepturen nicht nur theoretisch bearbeitete, sondern verantwortlich in der Praxis anwandte und weitgehende Erfahrungen sammelte. Diese veröffentliche er zunächst in seinem Buch „So heilt Gott“, welches jetzt in der 19. Auflage vertrieben wird. Der Titel, der für einige eine Provokation bedeutete, zeigte seinen Glauben, den er als Grundlage seines Lebens betrachtete. Für viele Hildegardinteressierte war dieses Buch ein Einstieg in die umfassende Heil- und Heilskunde mit einem christlichen Menschen- und Kosmosbild.
Beispielhaft kann die ausgeprägte Persönlichkeit und der Weitblick Dr. Hertzkas an einer Begebenheit in der Zeit des Nationalsozialismus abgelesen werden, die in der Amberger Zeitung veröffentlicht ist: Nachdem er die Schrift ´Mein Kampf´` in einer Nacht durchgelesen hatte, tauschte er in der Praxis, in der er gerade Vertretung machte, das Bild des Führers demonstrativ gegen das Kreuz aus in dem Bewusstsein erheblicher persönlicher Konsequenzen. Er trug sie auch und musste dafür in das Konzentrationslager Landsberg. Nach dem Krieg erlebte er in seiner Praxis in Konstanz zunehmend die erfolgreiche Anwendung der hildegardischen Rezepturen und begeisterte ungezählte ZuhörerInnen in vielen Vorträgen. Auf seine Initiative hin begann der verstärkte Dinkelanbau und damit die Bekanntheit des Getreides. Mit Recht wird er als Pionier bezeichnet, der sich gegen Unverständnis und Widerstände behauptete.
Insbesondere zu Beginn erwies sich die Umsetzung der 850 Jahre alten Rezepturen in die heutige apothekenübliche Form als zum Teil äußerst schwierig. Mit Hilfe von ebenfalls Begeisterten wurden viele Schwierigkeiten überwunden.
Zwei Zeitzeugen, die früh Dr. Hertzka kennen lernten, werden nachfolgend ihre Eindrücke schildern:
Frau Gudrun Breindl, die Tochter des Apothekers Dr. Max Breindl und seiner Ehefrau Ellen. In Zusammenarbeit mit dem Ehepaar Breindl wurden die Rezepturen hergestellt, nach den korrekten Pflanzen gesucht und die Wege der Aufbereitung und Aufbewahrung gefunden.
Frau Heilpraktikerin Lucia Rauh, die ihn in ihrer Tätigkeit als Krankenschwester kennen lernte und die bei den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag anwesend war.

Dr.med. Michael Ptok


Die Anfänge der Herstellung von Hildegard-Heilmitteln

Gekürzter Vortrag vor dem Medizinischen Arbeitskreis in Hersberg am 30.5.2013 von Gudrun Breindl, Konstanz

Die ersten, vereinzelten Rezepturnotizen meiner Mutter stammen von 1955. Deshalb gehe ich davon aus, dass Dr. G. Hertzka in diesem denkwürdigen Jahr unsere Zähringer-Apotheke in Konstanz betreten hat. Damals ist er mit seiner Arztpraxis aus der Konstanzer Altstadt an den Gebhardsplatz umgezogen und fand in meiner Mutter eine begeisterte Anhängerin der Medizin Hildegards.
Dr. Hertzka erinnerte mich als Jugendliche zum einen an das tapferer Schneiderlein, zum anderen an Rübezahl wegen der weit ausholenden Schritte und seines etwas nach vorne stehenden Kinnbarts. Aber im Gegensatz zu meinem Bild vom Rübezahl hatte der Doktor immer ein gepflegtes Äußeres wenn auch nicht gerade der Mode angepasstes. Besonders seine Schnürstiefel sind mir in Erinnerung geblieben.
Für Mutter und Vater - nicht zu vergessen meine Tante Hulda - und uns Kindern änderte sich das Leben nach dem Erscheinen des Doktors nachhaltig. Unter dem Motto: Es gibt keine Lage, die man nicht veredeln könnte durch Leisten und Dulden, zogen wir in die Botanik bei Wind und Wetter.
Herr Dr. Hertzka übersetzte Hildegardtexte aus dem Latein, praktizierte und verschrieb. Seine Rezepte kamen mit den Kunden in der Apotheke an und sollten so schnell wie möglich hergestellt werden.
Die Rezeptur las sich einfach, erst in der Umsetzung erwies sich die Problematik. Als Beispiel gilt die Veilchensalbe. Anwendungsgebiete sind:
  • Hautleiden
  • trockene Ekzeme
  • Vermeidung von Narbenverhärtungen
  • gutartige und bösartige Hautveränderungen,
  • unterstützende Behandlung von Neurodermitis
  • Nachbehandlungen von Strahlenschäden  u. Verbrennungen
Sie setzt sich zusammen aus frischem Veilchensaft. Verwendet wird der oberirdische Teil der Pflanze, Olivenöl, Ziegen-Bockstalg, Rosenöl. Dr. Hertzka schrieb damals folgende Rezeptur auf: Veilchensaft, die gleiche Menge Bockstalg und 1/3 vom deren Gewicht Olivenöl, alles zusammen in einem Topf sieden, und es wird zur Salbe. So einfach funktionierte es leider nicht. Nicht nur die Beschaffung von Bockstalg war beschwerlich, auch der Geruch des
Talgs in fester Form machte zu schaffen. Im erhitzten Zustand war er eine Zumutung! Nicht nur für unsere Kunden, auch für uns. Es „bockelte“ tagelang.
Stellen Sie sich vor, Sie kaufen eine Veilchensalbe, erwartet wird ein leichter Blütenduft, öffnen den Deckel, und das Aroma eines Ziegenbocks steigt in Ihre Nase. Nach 2–3 Anläufen und Geruchsprobe hat sich der Dottore zum Wechsel auf Hirschtalg überreden lassen.
Von März bis April war Veilchenzeit. Im Thurgau auf dem Bodanrück, am Ramsen, ja bis ins Allgäu haben wir unsere Suche ausgedehnt. War eine Menge Veilchen gewonnen, stellten sich Fragen: Wie heiß darf Hirschtalg werden? Wann kann der Saft zugefügt werden? Wie viel Flüssigkeit nimmt die Masse auf? Wie lange hält es?
Anfangs wurden höchstens 3 x 50 g Salbe pro Woche rezeptiert. Es gab weder Rückstellmuster noch Vorratshaltung. Ab Mai konnten wir keine Veilchensalbe mehr aushändigen. Aus Mitleid mit den Abnehmern, die oft verzweifelt nach der Salbe fragten, kam mir die Idee, bei den Herstellern von kandierten Früchten nachzufragen. Ich versuchte mein Glück in Italien. Seither weiß ich, dass nicht immer nur die Blüten mit Zucker überzogen werden, sondern meistens das gesamtes Kunstwerk aus Zucker besteht.
Vom stinkenden Bockstalg zur nicht minder unangenehm riechenden Hasengalle: Dr. Hertzka verschrieb diese Zubereitung gegen Ausschläge und bei Psoriasis. Mein Vater trat dem Kaninchenzüchterverein bei, um an die Hasengalle zu kommen. Mutter hat ihn bestimmt dazu überredet. Die grünlich schillernden Gallenblasen, wie die Schnittstellen vergammelten Schinkens, wurden aufgeschnitten, und die so gewonnene Flüssigkeit in warmes Fett eingerührt. Noch sehe ich meine Tante, wie sie tief gebückt über den Schüttstein die feinen Häutchen der Blasen einritzte und deren Inhalt in einem Gefäß auffing. Auch Apothekerin Frau Pöcheim kann von der mühsamen Arbeit und dem Geruch ein Lied singen….


100. Geburtstag - Dr. Gottfried Hertzka

Zu Ehren des Hildegardmedizin-Pioniers Dr. med. Gottfried Hertzka (*12.10.1913  +6.3.1997) fanden im Oktober zwei Feierlichkeiten in Konstanz statt. Am 10.10.13 lud der Förderverein Hildegard v. B. ins Konzil ein. Direkt am 100. Jahrestag feierten auf Initiative des Ehepaars Y. Salomon u. H. Simeaner anwesende Gäste in Konstanz und auf der Reichenau. Beide sind- wie Dr. Hertzka- gebürtige Österreicher und erhalten als Gedenkstätte das ehemalige Wohnhaus Dr. Hertzkas- und den Hildegard-Heilpflanzengarten in Öhningen-Schienen am Bodensee. (Tel. D- 07735.-484) Lucia Rauh war unter den Gästen und überreichte einen Brief in Vertretung des Präsidenten unserer Gesellschaft Dr. Michael Ptok. Herr Simeaner las diese Grußworte vor.

Bericht von Lucia Rauh:
Der Beginn des ersten Festes war bei strömenden Regen auf dem Friedhof. Nach der Begrüßung im Konzil um 10.30 h „erweckte“ Dr. Strehlow vor ca. 200 Gästen die Stimme von Dr. Hertzka dank alter Kassetten und einem guten Tonstudio in Form eines Interviews. Dr. Hertzka antwortete auf die ihm eigene Art und viele Erinnerungen wurden erweckt. Natürlich hat die Konzilküche alle Gäste hildegardisch verwöhnt.
Nachmittags berichteten Gäste Wissenswertes über Dr. Hertzka. Frau Salomon  hatte einen sehr persönlichen Bericht, der viel Zuneigung ausstrahlte und viele Anekdoten kundgab. So liebte "Gottfried" die Namenstage mehr als die Geburtstage, feierte seine beiden Namenspatrone, machte dann in der Praxis frei und ging zum Essen aus. Ab 80 gönnte er sich in seinem Dinkelkaffee auch ein wenig Bohnenkaffee mit der Begründung. „Mit 80 ist Gicht und Rheuma so im Körper etabliert, da kann der Bohnenkaffee nicht mehr schaden“. Eine Quizauflösung verriet seine Lieblingsspeise: Kartoffelsalat mit Würstchen!
Dr. Hertzkas Lieblingsmusik von Schubert, Mozart, Beethoven erklang als herrliches Konzert zum Abschluss.
 Zur zweiten Feier am 12.10.13 – dem eigentlichen runden Geburtstag- lud mich Frau Salomon herzlich zu ihrem Freundeskreis  ein. Den Fest-Gottesdienst im Konstanzer Münster zelebrierte Pater Gabriel- inzwischen in Amsterdam- assistiert von einem weiteren langjährigen Freund des Geehrten.
Auf dem Hauptfriedhof Richtung Wollmatingen trafen wir uns wieder vor dem Grab Dr. Hertzkas . Hier sind Mutter, Schwester u. Bruder ebenfalls begraben.
Beim `Alten Meßmer` auf der Insel Reichenau tauschten wir viele schöne Erinnerungen voller Hochachtung über Dr. Hertzka bis zum Abend aus. Er war es doch, dem wir die Wiederentdeckung der Hildegard-Rezepturen und ersten praktischen Anwendungen in seiner Allgemeinarztpraxis zu verdanken haben zusammen mit dem Apotheker Dr.M. Breindl in Konstanz, der die praktische Umsetzung durch viele Experimente möglich machte.( s. Bericht der Tochter)
Erfüllt und glücklich bedankte ich mich bei Frau Salomon und Herrn Simeaner für die sehr freundliche Aufnahme in Ihrem Kreis und dass ich mit Ihnen den 100. Geburtstages von Dr. Hertzka feiern durfte, als Vertretung von Ehepaar Dr. M. und A. Ptok.


Sinn verwirklichen – auch über das eigene Leben hinaus
Die „Klosterstiftung Sankt Hildegard“ im Portrait

Von Sr. Philippa Rath OSB

Als die KLOSTERSTIFTUNG SANKT HILDEGARD vor vier Jahren, am 17. September 2009, gegründet wurde, da dachte noch niemand von uns daran, wie sehr die heilige Hildegard drei Jahre später in den Mittelpunkt des Interesses der Weltöffentlichkeit treten würde.
Es bedurfte wohl erst eines gelehrten deutschen Papstes namens Benedikt, um die universale Bedeutung dieser großen Ordensfrau  zu erkennen und in der Kirche auch offiziell anzuerkennen. Inzwischen sind die Feierlichkeiten zur Erhebung der heiligen Hildegard zur Kirchenlehrerin am 07. Oktober 2012 in Rom schon wieder Geschichte. Aktuelle Gegenwart allerdings ist die mächtige und starke Bewegung, die durch diese Ereignisse ausgelöst wurde. War Hildegard von Bingen schon vorher in vieler Munde, so wird sie heute nun auf ganz breiter Basis international rezipiert.
Das Interesse an der heiligen Hildegard, an ihrer Person, vor allem aber an ihren Werken hat in diesem Jahr noch einmal sprunghaft zugenommen. Aus Deutschland, aber auch aus vielen Ländern Europas kommen heute Gruppen zu uns nach Eibingen, um Vorträge zu hören, um in unserem Gästehaus an Seminaren teilzunehmen oder einfach nur, um diese wunderbaren Wirkungsorte der Heiligen zu besuchen. Aus vielen Ländern melden sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um mit unseren Hildegard-Forscherinnen neueste Arbeitsergebnisse auszutauschen. Umgekehrt werden wir Schwestern in verstärktem Maße eingeladen, um die Kirchenlehrerin und ihr Werk bei Veranstaltungen, Kongressen, Symposien, in Gesprächsrunden und in Hildegardkreisen vorzustellen. Ein intensiver und reger Austausch auf vielen Ebenen ist da im Gange, ein fruchtbarer Dialog zum Nutzen aller, die die heilige Hildegard schätzen und lieben.
In den letzten drei Jahren hat die Abtei die Werke der heiligen Hildegard in einer neunbändigen Ausgabe in deutscher Sprache neu herausgegeben; drei unserer Schwestern waren im Jahr 2011 maßgeblich an der Erarbeitung der Heiligsprechungsakten beteiligt und haben zusammen mit drei externen Wissenschaftlern die Begründung geliefert für die Erhebung der Heiligen zur Kirchenlehrerin. Dies alles wäre nicht möglich gewesen ohne die Arbeit der KLOSTERSTIFTUNG SANKT HILDEGARD, die dies alles gefördert und begleitet hat.
Drei große Ziele verfolgt unsere Klosterstiftung
1. Das Erbe der heiligen Hildegard fruchtbar machen
2. Benediktinische Werte im Geiste Hildegards pflegen und weitergeben
3. Orte der Gottesbegegnung erhalten

Zu 1. Das Erbe der heiligen Hildegard fruchtbar machen
Zum einen will die Abtei St. Hildegard als Zentrum der Forschung, Rezeption und Verehrung der heiligen Hildegard nachhaltig fördern, um Leben und Werk der rheinischen Äbtissin für unsere Zeit fruchtbar zu machen.  Es lohnt sich, dieses Erbe zu pflegen und an die nächsten Generationen weiterzugeben. Und wer in unsere Abtei kommt, der mag ganz konkret spüren, welche Dynamik von dieser Frau auch heute unverändert ausgeht. In Begegnungen mit vielen einzelnen Menschen und mit Gruppen wird uns immer wieder deutlich, dass Hildegard von Bingen nicht nur im 12. Jahrhundert bewundert und verehrt wurde, sondern auch heute zu Recht als kluge Mahnerin und weise Ratgeberin in Fragen eines vernunftgemäßen Glaubens, einer verantworteten, ethischen Gesellschaftsgestaltung und einer im umfassenden Sinne heilen und gesunden Lebensordnung gefragt ist.
Zu 2. Benediktinische Werte im Geiste Hildegards pflegen und weitergeben
Der zweite Stiftungszweck der KLOSTERSTIFTUNG SANKT HILDEGARD ist es, unser Leben als Gemeinschaft der Benediktinerinnen von St. Hildegard an diesem Ort sichern zu helfen.  Klöster sind Orte, an denen neue und alte Werte gleichermaßen gelebt werden. Benediktinisches Leben und besonders solches, das seine Tradition aus dem Geist der heiligen Hildegard herleitet, ist wertgebundenes Leben. Leben, das verankert ist im geistigen Erbe der Väter und Mütter, zugleich aber auch offen für die Herausforderungen der je neuen Zeit. Im Wissen um den unauflöslichen Zusammenhang  von Freiheit und Verantwortung hat sich in unseren benediktinischen Klöstern ein Wertekanon herausgebildet, der auch heute Geltung hat und Leben sinnvoll bestehen lässt: Mitte und Maß, Fürsorge und Vorsorge, Verantwortungsbereitschaft und Verlässlichkeit, Weisheit und Gelassenheit, Mut zu Autorität und Dialogbereitschaft, Umsicht und Rücksichtnahme,  Achtsamkeit und Dankbarkeit, Demut  und Ehrfurcht sind die Säulen, auf denen dieses Leben ruht, und die es wachsen und reifen lassen. Fest in der Erde verwurzelt und offen für den Himmel- das war die heilige Hildegard, und das wollen wir Schwestern auch heute sein. Das macht diesen Lebensentwurf so wertvoll - für viele suchende Menschen wie auch für die Zukunft unserer Gesellschaft. Und genau das ist es auch, was die KLOSTERSTIFTUNG fördern und nachhaltig unterstützen möchte.
Zu3.Orte der Gottesbegegnung erhalten
Der dritte Stiftungszweck unserer KLOSTERSTIFTUNG ist unsere einmalige Klosteranlage in Rüdesheim-Eibingen von 1904. Sie ist ein wirklich einzigartiges und außergewöhnliches Gesamtkunstwerk der Beuroner Kunstschule, das es zu pflegen und für die nächsten Generationen zu erhalten gilt. Wer die Klosterkirche betritt, der wird es spüren: Dies ist ein einmaliger Ort der Gottesbegegnung, eine Kontaktzone zwischen Gott und Mensch. Das hören wir immer wieder dankbar aus dem Munde vieler Besucherinnen und Besucher unseres Gotteshauses. Seit Generationen haben Menschen hier Gott die Ehre erwiesen, haben gebetet und anderen Räume für eigene spirituelle Erfahrungen eröffnet. Deshalb wohl atmen diese Mauern auch Schönheit und Geborgenheit, Beständigkeit und Weite zugleich. Hinzu kommt, dass der Gesang und das Gebet unseres Konventes gleichsam durch diese Mauern hindurchtönt. Und er findet- Gott Dank - Resonanz in den Herzen der Menschen, die hierher kommen.
Einen besonderen Stellenwert haben dabei auch der Gregorianische Choral und die Hildegard-Musik, die in unserer Abtei besonders gepflegt werden. Auch diesem fühlt sich die KLOSTERSTIFTUNG SANKT HILDEGARD verpflichtet. Es gibt Musik, die die Herzen der Menschen offenbar viel direkter erreicht als Worte, die die Seelen zum Schwingen bringt, die ahnen lässt, dass hinter allem Vordergründigen des Lebens Tiefen verborgen sind, die auszuloten wir uns immer schon sehnten. Für die heilige Hildegard war die Seele symphonisch gestimmt: symphonialis est anima, schrieb sie einst in ihrer unnachahmlichen Art.  Symphonisch aber ist für sie eine Seele, die zu ihrer inneren Ordnung gefunden hat, in der die widerstrebenden Kräfte zur Einheit und Ganzheit zusammengewachsen sind. Symphonisch ist aber auch der ganze Kosmos, der von Urbeginn an von Musik durchtönt ist. Wer eintaucht in unseren Gesang, der kann - so hoffen und erbitten wir immer wieder vom Herrn - erfahren, was es bedeutet, einzuschwingen in diese kosmische Liturgie und in den ewigen Lobgesang der Schöpfung. Er wird hineingenommen in die heilende und liebende Gegenwart Gottes. Er kann spüren, dass er schon heute - wenn auch nur anfanghaft, wie in einem Spiegel -  aufgehoben ist in der Sphäre der himmlischen Harmonie.

Sinnvolles tun – über das eigenen Leben hinaus
Stifterinnen und Stifter, Spenderinnen und Spender, die die KLOSTERSTIFTUNG SANKT HILDEGARD bisher unterstützten, sind vor allem Menschen, die etwas Sinnvolles und Wirkmächtiges tun möchten im Leben, aber auch über ihr eigenes Leben hinaus. Der große jüdische Arzt, Philosoph und Begründer der Logotherapie Viktor Frankl hat einst die Frage, wie man überhaupt Sinn erfahren kann, so beantwortet: In der Hingabe an ein konkretes Werk oder an eine bestimmte Aufgabe, in der Hingabe an einen geliebten Menschen oder in der Hingabe an Gott, dem Urgrund allen Seins. Selbstverwirklichung, so Viktor Frankl, vollzieht sich in dem Maße, in dem es gelingt, in der Hingabe und Hinwendung an einen sinnerfüllten Zweck dem eigenen Leben einen Sinn zu verleihen. Jede Spende hat ganz individuelle Gründe und Hintergründe. Deshalb kümmern wir Verantwortlichen der KLOSTERSTIFTUNG SANKT HILDEGARD uns ganz persönlich um jeden einzelnen Stifter. Enge Kontakte und Verbindungen, ja Freundschaften, sind daraus in den letzten vier Jahren entstanden. Manche Stifter haben sich sogar im Schatten der Abtei bereits eine Grabstätte erworben. Sie möchten „ihrem Kloster“ auch über ihren Tod hinaus nahe sein. Und wir Schwestern schließen sie schon zu Lebzeiten und selbstverständlich nach ihrem Ableben intensiv und regelmäßig in unser fürbittendes Gebet ein. Nichts geht verloren, niemand wird vergessen. So entsteht echte und tragfähige Gemeinschaft, Bindung im wahrsten Sinne des Wortes, auch über den Tod hinaus.
Die heilige Hildegard war überzeugt, dass echte Freiheit und Würde erst aus solcher Bindung erwächst. Möge es unserer KLOSTERSTIFTUNG SANKT HILDEGARD auch weiterhin gelingen, der Spur der heiligen Hildegard  zu folgen. Wenn auch Sie uns auf diesem Weg begleiten und unterstützen würden, wäre uns das Freude, Verpflichtung und bleibende Aufgabe zugleich.

Stiften – Spenden - Vererben
Wer eine Stiftung unterstützt - sei es durch eine Zustiftung, sei es durch ein Vermächtnis, sei es durch die Gründung einer Unterstiftung oder durch eine einmalige Spende - der entscheidet ganz persönlich, was mit seinem Vermögen geschieht. Seine Gabe ist in jedem Fall auf Dauer angelegt, da das Stiftungskapital erhalten bleibt und nur die Renditen und Zinsen unmittelbar den Stiftungszwecken zugeführt werden. Das deutsche Stiftungsrecht sieht für Stifterinnen und Stifter großzügige Steuervorteile vor. Wer sich näher informieren möchte, der kann sich gerne an die KLOSTERSTIFTUNG SANKT HILDEGARD, Klosterweg 1, 65385 Rüdesheim am Rhein, wenden. Verantwortlich für die Stiftungsarbeit sind der Kuratoriumsvorsitzende Dr. Karl Graf zu Eltz (Tel. 0176 63371251, E-Mail: karl@eltz.org) und Sr. Philippa Rath: (Tel. 06722 499143 und 0176/ 11499143; E-Mail: sr.philippa@abtei-st-hildegard.de )

KLOSTERSTIFTUNG SANKT HILDEGARD Konto-Nr. 400 27 000 72
Pax-Bank eG, BLZ 370 601 93
IBAN: DE65370601934002700072
BIC: GENODED1PAX


Leserfragen und Mitteilungen

Gute Rückmeldungen bekamen wir zum abgedruckten Vortrag von Sr. Philippa Rath OSB in der HZ Nr. 125 Juni 2013 S. 4 „Den Blick frei für das Wesentliche- Hildegard von Bingen- eine wahrhaft benediktinische Heilige.
Kritische Anfragen gab es zum Hintergrund der Klostergründung und dem gemeinsamen Erbe mit Hildegard von Bingen. Es seien doch die heutigen Benediktinerinnen in Rüdesheim Eibingen in einer ganz neu erbauten Klosteranlage von 1904 weit oberhalb des alten Klosters.
Eine Leserin fragte an: Kann Sr. Philippa wirklich mit Fug und Recht schreiben: „Wir sind Benediktinerinnen, so wie es Hildegard von Bingen, die unserer Kloster gegründet hat, vor 900 Jahren auch war“?
Hier nun zur Klärung der Frage die ausführliche Antwort von Sr. Philippa Rath OSB, Abtei St. Hildegard Rüdesheim - Eibingen:
Nachdem Hildegard um 1150 ihr erstes Kloster Rupertsberg bei Bingen gegründet hatte, übernahm sie 1165 auf der anderen Rheinseite in Eibingen ein leer stehendes Augustinerkloster und besiedelte es mit einem Teil des Rupertsberger Konventes. Als Äbtissin leitete sie die Geschicke beider Klöster und fuhr zweimal in der Woche mit einem Nachen über den Rhein. Im Zuge der Säkularisation 1803, als bei Einziehung fast aller Kirchengüter auch die meisten Klöster aufgehoben wurden, verlor das Kloster Eibingen ebenfalls seine links- und rechtsrheinischen Besitzungen. Die Klostergebäude wurden enteignet und fielen dem Fürsten von Nassau als Entschädigung für seine linksrheinischen Verluste an Frankreich zu. Die Nonnen wurden schließlich des Hauses verwiesen (die letzten verließen Eibingen 1814), der West- und Südflügel auf Abbruch verkauft. Nur die Kirche mit dem Ostflügel blieb erhalten. Sie wurde von der nassauischen Regierung zeitweise als Kanonenschuppen gebraucht, bis schließlich1831 die Gemeinde statt ihrer baufälligen Pfarrkirche die Klosterkirche übernehmen konnte und damit auch Hüterin der Gebeine Hildegards wurde bis auf den heutigen Tag.

Nun gibt es im Kirchenrecht den Passus, der besagt, dass ein durch äußere (staatliche) Gewalt aufgelöstes Kloster bis zu 100 Jahren nach der Aufhebung mit allen Rechten und Privilegien weiterexistiert, auch dann, wenn durch die Zeitläufe bedingt ein neues Klostergebäude errichtet werden musste. Diese Regelung galt und gilt in unserem Fall. Bekanntermaßen wurde die Abtei St. Hildegard am 2. Juli 1904 eingeweiht, also genau 90 Jahre, nachdem die letzten Schwestern von Eibingen das alte Kloster verlassen mussten. Nach der Festpredigt wurde an diesem 2. Juli 1904 ein Dekret von Papst Leo XIII. verlesen (das im Original im Abteiarchiv liegt), wodurch das neue Kloster einerseits mit sofortiger Wirkung zur Abtei erhoben wurde und andererseits alle Rechte und Privilegien zurückerhielt, die die alte Gründung der heiligen Hildegard besessen hatte. Dazu gehört auch der Titel „Äbtissin von Rupertsberg und Eibingen“, den Äbtissinnen von St. Hildegard bis heute tragen (diesen Titel gibt es verbrieft seit dem Jahr 1603). Die Abtei St. Hildegard steht also in unmittelbarer Sukzession der beiden hildegardischen Klöster Rupertsberg und Eibingen und kann somit die heilige Hildegard kirchenrechtlich als ihre Gründerin bezeichnen.


Hildegard-Verehrung

In der Sept.- Ausgabe der HZ traute ich meinen Augen kaum: Hildegard Verehrung in Lourdes! Mein Mann und ich haben uns in Lourdes kennen gelernt und deshalb heißt unsere Tochter auch Bernadette.
Im Jahr 1997 war ich erst im Frühjahr das erste Mal in der Abtei St. Hildegard und dann im Herbst das erste Mal in Lourdes! 1999 haben wir den Lourdesverein Westfalen mitgegründet und selbst mehrere Lourdesfahrten begleitet, erst als Leitung des Jugendhotels, dann später als Bus- und Hotelleitung. Aber von den Reliquien der Heiligen Hildegard in der Sakramentskapelle habe ich nichts gewusst!
Im Sommer haben wir Freunde in Halle/Saale besucht und waren in Merseburg im Dom. Und wer wartet da wieder auf mich, ohne dass ich es wusste und obwohl es schon in der Hildegard Zeitschrift im Juni stand. "Hildegard von Bingen auf der Straße der Romanik 2012-2014". Da wird ein Glasschrein des Künstlers Philipp Schönborn in bedeutenden Klöstern und Domen Sachse-Anhalts präsentiert: So im Halberstätter Dom, Merseburger Dom, Kloster Helfta, dann im Quedlinburger Dom 30.11.2013 bis 2.2.2014 und Magdeburger Dom 2014.
http://www.sachsen-anhalt-tourismus.de/de/guide/142700sy,de,SCH1/objectId,EVT143964de,season,at1,selectedEntry,event/intern.html?_area=home&_lang=de

Katja Pohl, Minden


10 Jahre Hildegard-Gesprächskreis Münsterland

Seit 10 Jahren treffen sich Frauen - manchmal sind auch Männer dabei - im Pfarrheim St. Martini in Münster/Westf. Was hat die Hl. Hildegard uns heute zu sagen? Themen rund um die Gesundheit an Leib und Seele sind Schwerpunkte unserer Gespräche. Auch die Briefe, die Lieder und das Singspiel „Ordo Virtutum“ als DVD waren Anlass, uns mit dem Thema zu beschäftigen. Im Sommer fand ein Spaziergang durch den Botanischen Garten statt, und in diesem Jahr eine Kräuterwanderung am Dinkelhof mit Kaffeetrinken.
Zur 10-Jahresfeier am 6. Mai 2013 haben wir Sr. Hiltrud Gutjahr OSB von der Abtei St. Hildegard in Eibingen eingeladen. Sie hielt einen Vortrag in gewohnter, lebendiger Art zum Thema: „Die Kirche als Ort der Gotteserfahrung“. In der ersten Visionsschrift „Wisse die Wege-Scivias“ schaute die Seherin und Prophetin Hildegard verschiedene Bilder über die Kirche, die “das feurige Werk der Erlösung“ ist. Die Kirchenlehrerin führt uns zum Wesen der Kirche, die den Auftrag hat, das Leben von Gott dem Menschen zu vermitteln.
Der Einladung des Hildegard-Gesprächskreises folgten 35 Personen, die mit großem Interesse den Vortrag von Sr. Hiltrud hörten. Christel Reher vom Dinkelhof in Lüdinghausen präsentierte ein großes Angebot an Hildegard Produkten. (Siehe auch vorgesehenen Bericht im März 2014).
Außerdem wurden selbstgebackene Energiekekse und leckere Marmeladen (Kornelkirsche, Kürbismarmelade und Traubengelee) zum Verkauf angeboten. Der Erlös kam Sr. Hiltrud und der Abtei St. Hildegard in Eibingen zugute. Mit einem gemeinsamen Abendessen mit Sr. Hiltrud wurde dieser besondere Tag abgeschlossen.

Margret Stukenbrock, Münster

Herzlichen Glückwunsch nach Dresden!

Sieger mit Hildegard-Menü

Unsere Mitglieder Lothar und Doris Richter leiten in Dresden seit 1999 das mittelständiges Hotel PRIVAT und ein angeschlossenes Restaurant Maron mit hildegardischer Küche. In diesem Jahr wurden sie mit ihrem Küchenteam Sieger in einer gehobenen Klasse der Köche unter dem Titel: Dresden isst fantastisch! Den 1. Preis mit Siegerpokal  konnten sie in Empfang nehmen für eine hervorragende Leistung in der Herstellung einer Spezialität, welche gesunde, von Hildegard beschriebene Lebensmitteln aus der Physica beinhaltete.
Es gab Saibling-Filet in Dinkelgries mit Fenchelscheiben, Hirschrücken auf Walnuss-Gemüse und Kräuter-Dinkel-Spaghetti. Als Dessert wurde Beerengratin mit Basilikum-Limetten gereicht. Den Abschluss bildeten Nerven- und Energiekekse. Bewertet wurden Menü, Bedienungsniveau und Ambiente von 1400 Testessern.
Erwähnenswert ist auch der sehr gut bewertete Hildegard OPEN-AIR Kochkurs für interessierte Laien


Backrezepte 

Quittenschnitten

Alter süddeutscher Brauch ist zu Weihnachten neben den vielen gebackenen „Weihnachtsbrödle“ Quittenschnitten zu servieren oder auf die Weihnachtsteller als Süßigkeiten zu legen.

Rezept I

1 kg grob geschnittene Quitten mit Schale, ohne Kerngehäuse
1 kg Roh-Rohrzucker
100 g geschälte, gehackte oder grob gemahlene Mandeln
20-30 g Galgantwurzelpulver
100 g gemahlene Mandeln

Zubereitung in einen großen Topf.
Quitten mit ca. 1/3 des Zuckers ohne Wasserzugabe weichköcheln. Die Quitten geben genug Wasser ab, wenn man nicht gleich auf hoher Stufe erhitzt. Danach z.B. mit dem Zauberstab pürieren. Den restlichen Zucker beifügen und
unter ständigem Rühren dick einkochen. Jetzt Mandeln und zuletzt den Galgant unterrühren.
Die Masse auf 2 Backbleche mit Backpapier dünn ausstreichen und im Ofen bei ca. 70-8o °C Umluft je nach Dicke 7–10 Stunden trocknen lassen, stürzen, Papier möglichst warm abziehen, in Rauten ausrädeln oder schneiden. Diese in gemahlenen Mandeln wälzen zum  besseren Lagern, sie verhindert das Kleben.
Die Schnitten in Schraubgläsern aufbewahren oder auch in kleinen Mengen einfrieren. Bei Bedarf kann man sie sofort aus dem Gefrierschrank nehmen. Sie sind gleich ohne Auftauzeit verzehrbereit.

von Frau Rosa Rittler, Friedrichshafen im neuen Hildegard-Freundeskreis-Hersberg am 17. Okt. 2013 besprochen.

2. Variante

Die Quitten-Zucker-Masse wie oben herstellen mit 1 TL Zimt, 2 Msp. Nelken und statt im Backofen trocknen zu lassen, auf dem Blech an einem kühlen Ort 3 - 4 Wochen trocknen. Hier die 100 g Mandeln in der Masse weglassen, um evtl. Schimmelgefahr zu vermeiden. Man kann die geschnittenen Rauten oder Quadrate in gemahlenen Mandeln oder groben Rohrzucker wälzen.

Lucia Rauh – HvB-Referentin, Salem, Okt. 2013