Vorwort
Es hat sich herumgesprochen, dass unsere Zeitschrift ein neues Gewand
hat und ein bunter Flyer (Werbezettel) über unsere Gesellschaft
informiert. Die Bitte im letzten Heft, uns doch eine Resonanz zukommen
zu lassen, hat ein erfreuliches Echo gefunden. Die meisten
Rückmeldungen sind positiv bis begeistert; das größere
Format macht aber offenbar nicht nur Freude, weil es im Regal mehr
Platz braucht. Mein Vorschlag: Man kann es quer legen.
Im folgenden einige Meinungsäußerungen:
„liebe redaktion, das frische aussehen der zeitschrift gefällt mir
sehr gut. ich finde die gliederung super und das farbige cover einfach
schön. bilder sprechen sowieso für sich allein. die themen
waren immer interessant und ich denke, dies wird auch in zukunft so
bleiben. kurz und gut: eine gelungene sache!
ich freue mich immer auf die neue zeitschrift und wünsche ihnen
weiterhin alles gute!“ (Diese Leserin sieht die Großschreibung
offensichtlich als „alten Zopf“ an!)
„Gratuliere zur neuen Ausgabe der Hildegard - Zeitschrift. Besonders
beachtenswert finde ich die Seite mit pflanzlichen Heilmitteln
(Quendel). So gelingt es mir endlich, die Seite in Folie zu legen und
in einem Ordner abzulegen und bei Interesse mit einem Griff meine
Information zu finden, als etwas mühselig etliche alte
Zeitschriften durchwühlen zu müssen, bis ich das Betreffende
finde. Nur weiter so! Wünsche Ihnen viel Kraft und
auch Erfolg.“
Eine andere Leserin schreibt einfach: „Das neue Heft gefällt mir
super!“
Für dieses Heft haben wir uns den Schwerpunkt „Die Beziehung des Menschen zur Natur“
ausgesucht, der bei Hildegard von Bingen ein ganz wichtiges, zentrales
Thema ist. Neben dem Leitartikel stellen wir fünf
Hildegard-Heilkräutergärten vor, die sich natürlich
gerade jetzt im Sommer in ihrem schönsten Kleid präsentieren.
Es gibt vermutlich noch andere Hildegard-Kräutergärten, die
wir nicht kennen. Wir würden uns freuen, wenn sie sich melden
würden.
Des weiteren legen wir Ihnen die genaue Planung unserer diesjährigen Jahrestagung vor,
die nur an einem Tag als intensive Arbeitstagung geplant ist.
Angesprochen sind all jene Hildegard-Freunde, die sich ernsthaft mit
dem tieferen Verständnis und der Weitergabe hildegardischer
Botschaften beschäftigen und dazu fundierte Informationen suchen.
Willkommen sind nicht nur Leiter und Verantwortliche von
Hildegard-Gruppen sondern jede/r Hildegard-Interessierte.
Damit diese Tagung aber nicht nur in Arbeit ausartet, haben wir sie
zeitlich gekoppelt mit den „Badenweiler Wohlfühltagen“.
Beachten Sie hierzu die gesonderten Informationen.
Eine Reise nach Badenweiler lohnt sich bestimmt.
Auf viele gute Begegnungen und einen regen Austausch bei unserer
Jahrestagung in Badenweiler freuen wir uns.
Ihre
Hildegard Strickerschmidt
Präsidentin
Die Geschöpfe von Herzen lieben - Die Aufgabe des Menschen an der Schöpfung
(Auszug aus dem Artikel)
Ausführungen von Hildegard Strickerschmidt zum Vortrag in
Münster am 15.10.2005.
2. Teil
(Die kursiv gedruckten Texte sind
Original-Texte der hl. Hildegard aus dem Liber divinorum operum – Buch
der göttlichen Werke.)
„Der Mensch
schafft sich seine Welt.“
Hildegard von Bingen und ihre
Sichtweise
Der Kosmos als Fabrik Gottes
In der Vision Hildegards ist der Kosmos die „fabrica dei“, die Fabrik Gottes;
Er stellt die Gebäude, das Werkzeug, die Rohstoffe bereit und gibt
auch das Ziel vor: Wofür das alles gut sein soll, was uns zur
Verfügung gestellt wird.
Wir Menschen sind seine Werkleute, die in seinem Auftrag und in
seinem Geist an dieser Welt weiterbauen.
„Die gesamte Schöpfung, die Gott
in der Höhe wie in der Tiefe gestaltet hat, lenkte er zum Nutzen
des Menschen. Und wie die Geschöpfe dem Menschen für seine
leiblichen Bedürfnisse zu dienen haben, so sind sie auch nicht
weniger zum Heil seiner Seele bestimmt.“
Vom Herzen des Menschen geht ein Weg
zu allen Geschöpfen
„Deshalb sind wir tief verwandt mit
allen Kreaturen und vom Herzen des Menschen geht ein Weg zu allen
Geschöpfen. Viele Geschöpfe lieben den Menschen und
drängen sich an ihn heran. Gott schuf den Menschen ja so, dass
alle Kreatur ihm diente.“
„Der Mensch ist gleichsam das Licht
aller übrigen Geschöpfe.“
Er ist der „Erleuchtete“, der den göttlichen Strahl in den
Geschöpfen erkennt und deshalb weiß, was ihnen gut tut und
wie er mit ihnen umgehen soll. Von den alten Indianern hören wir,
dass sie sich beim Baum entschuldigt haben, bevor sie ihn umgehauen
haben.
Geschaffen, um schöpferisch zu
sein
„Der Mensch ist ein geschaffenes
Werk, das selbst wieder schöpferisch tätig sein kann.“
Suchen wir die kleinen Nischen, um uns Freude durch schöpferische
Tätigkeiten zu schaffen, und wenn es das Pflanzen von
Kräutern oder Herstellen eines Kräuter-Elixiers ist. Wenn wir
alles fertig in den Läden kaufen können, bleibt nicht mehr
viel Spielraum für schöpferisches Tun.
„Gott aber sieht darauf, was
der Mensch sich vornimmt.“
Wir sollen nicht glauben¸ dass es unbedeutend ist, was wir tun.
„Was der Mensch in rechter oder
linker Hand bewirkt, das durchdringt das Weltall.“
Eine sehr häufig zitierte Stelle aus Hildegards zweitem
Visionswerk Liber vitae meritorum (übersetzt als „Mensch in der
Verantwortung“ von H. Schipperges, Otto Müller Verlag, S. 133) ist
die Klage der Elemente:
„Wir können nicht mehr laufen
und unsere Bahn nach unseres Meisters Bestimmung vollenden. Denn die
Menschen kehren uns mit ihren bösen Taten von unterst zu oberst.
Wir stinken schon wie die Pest und vergehen vor Hunger nach der
wahren Gerechtigkeit.“
Und Gott antwortet: „...Ich werde
die Menschen so lange heimsuchen, bis sie sich wieder zu mir wenden...
Doch nun speit die Luft Schmutz aus, so dass die Menschen nicht einmal
mehr recht ihren Mund aufzumachen wagen. Auch welkte die grünende
Lebenskraft durch den gottlosen Irrwahn der verblendeten
Menschenseelen. Nur ihrer eigenen Lust folgen sie und lärmen:
`Wo ist denn ihr Gott, den wir doch niemals zu sehen
bekommen?´ Ihnen antworte ich: `Seht ihr mich denn nicht Tag und
Nacht, wenn ihr sät und die Saat aufgeht, von meinem Regen
benetzt? Jegliches Geschöpf strebt hin zu seinem Schöpfer.
Nur der Mensch ist ein Rebell.“
Die hl. Hildegard lässt uns wieder darauf besinnen, dass uns die
ganze Natur zur Verfügung steht, damit wir mit ihr und nicht gegen
sie wirken, weil wir ohne sie weder leben noch bestehen können.
Hildegard-Heilkräutergärten
Sind sie schon einmal in einem im richtigen Maß angelegten und
gepflegten Heilkräutergarten gesessen und haben die Harmonie
dieses Ortes in sich aufgenommen? Es ist ein wirkliches
„Himmelsgärtlein“, in dem nicht der Nutzen im Vordergrund steht
sondern die Besinnung und die Kontemplation, die in das Lob Gottes
einmündet.
Alle Spannung fällt ab, Seele und Leib sind mit der Natur in einer
Einheit, die heilend wirkt.
Wie uns bekannt, gibt es an verschiedenen Orten
Hildegard-Heilkräutergärten, die wir heute hier vorstellen
wollen. Es sind Kräutergärten, in denen vor allem jene
Heilkräuter angepflanzt werden, die Hildegard von Bingen
beschrieben hat. In ihrem medizinischen Buch, (Das Buch von dem inneren
Wesen der verschiedenen Naturen der Geschöpfe) das heute unter dem
Namen
„Heilkraft der Natur - Physika“
bekannt ist, beschreibt sie 230 Pflanzen mit ihren Eigenschaften und
Heilkräften.
Es wurde übersetzt von Marie-Luise Portmann, Basel, wobei alle
bekannten Handschriften berücksichtigt sind. Im zweiten
medizinischen Buch Hildegards, dem „causae et curae“ (Von Ursachen und
Behandlung von Krankheiten) stehen zum Teil die gleichen Rezepturen.
Alle späteren Bearbeitungen in der Hildegard-Medizin gehen auf
diese medizinischen Bücher Hildegards zurück.
Die Physika ist wieder neu auf dem Markt, erschienen im
Christiana-Verlag, CH-8260 Stein am Rhein, ISBN 978-3-7171-1129-0, €
26.—
Klaus Strickerschmidt
Der Hildegard – Heilkräutergarten
auf dem Rochusberg in Bingen
Nähert man sich Bingen, so grüßt von weit her der
Rochusberg mit seiner neugotischen Kapelle. In ihrer Nähe liegt
das 1998 erbaute Hildegardforum der Kreuzschwestern mit dem Hildegard –
Heilkräutergarten, der alljährlich bei Einzelbesuchern und
Gruppen großen Anklang findet.
Dieser Heilkräutergarten ist nach streng benediktinischem Vorbild
konzipiert worden. So enthält dieser Garten rechtwinklig mit
Holzbohlen umfasste Hochbeete, auf die jeweils ein – drei Pflanzen
gesetzt werden. Aus den streng geometrisch angeordneten Beeten ergeben
sich die Wegekreuze, die den Kreuzgängen der Klöster ihren
Namen aufprägten.
Warum „Hildegard – Heilkräutergarten“?
Obwohl Hildegard sicher diese Form des Gartens als solche kannte – so
verdient der Heilkräutergarten auf dem Rochusberg doch zurecht den
Namen „Hildegard - Heilkräutergarten“, da er ausschließlich
59 Pflanzen und 11 Bäume vorstellt, die Hildegard in ihrer
„Physika“ beschreibt.
Die Bänke
Zur Meditation und Kontemplation laden Steinbänke ein.
Der Brunnen
Er steht im Mittelpunkt, wo sich die Wege kreuzen und ist ein Symbol
des Lebensquells, wie er seit dem Mittelalter oft dargestellt wurde.
Die Mauer
Sie hält den Wildfraß fern, bietet Schutz vor Samenantrieb
aus der Umgebung und ist klimaregulierend. Sie umschließt auch
dem Garten und macht aus ihm einen schützenden Raum, ein
„Himmelsgärtlein“, in dem die Seele zur Ruhe kommen kann.
Der Baumgarten
An den Hildegard – Heilkräutergarten schließt sich der
Baumgarten an, der mit wenigen Ausnahmen Obstbäume vorstellt.
Besucherhinweis:
Im Garten werden auf Wunsch Führungen nach Hildegard von Bingen
für Einzelpersonen oder Gruppen durchgeführt.
Information und Anmeldung unter Tel.: +49 (0)6721 99 41 60, FAX +49
(0)6721 99 41 62 oder Mail: klastri@gmx.de.
Edith Fehrenbach, Hildegard Freundeskreis Elztal
Der Hildegard-Lehrgarten in Winden im
Elztal/Schwarzwald
Der Hildegard-Lehrgarten will zu Hildegard von Bingen führen vom
Hören über das Verstehen zum Leben.
Er ist seit 1990 auf unserem Hofgelände in Winden i. Elztal
entstanden, etwa 35 km nördlich von Freiburg/Breisgau. Unser
Gartengelände breitet sich auf einer Fläche von ca. 50a aus,
eine stetige Weiterentwicklung ist geplant. In diesem Jahr wird ein
Brotbackhaus fertig gestellt, zur Freude aller Garten- und
Hildegardfreunde.
Im Lehrgarten sind nicht nur die Kräuter und Wildkräuter in
großer Zahl vertreten, auch Sträucher, Bäume und Blumen
zieren diesen einzigartigen Hildegard-Lehrgarten. Das Besondere ist
auch, dass der Gartenbesucher immer wieder auf kleine Besinnungstexte
aus den Werken Hildegards aufmerksam gemacht wird.
Es befinden sich hier einige Sitzplätze und stille Ecken, in denen
die Gäste zum Verweilen eingeladen sind, um vom Alltag auszuruhen.
Unsere Gartengäste können erleben, dass es sich hier um ein
paradiesisches Kleinod handelt, welches sie auf natürliche und
übernatürliche Weise zur Ruhe kommen lässt.
Unsere Besucher kommen von nah und fern in großer Zahl, u.a.
Landfrauengruppen, Kath. Frauengemeinschaften und Schulgruppen; auch
als Freizeitprogramm wird diese idyllische Umgebung gerne aufgesucht,
da der Erholungswert sehr geschätzt wird.
Ich biete Frührungen, Seminare und Kurse das ganze Jahr über
an.
Information: Edith Fehrenbach, Dobelberg 1, 79279 Winden, Tel./Fax
(+49) 07682 67418
E.-mail: fehrenbach-edith@gmx.net
Elsbeth Vetter, Hildegard-Gruppe Markgräflerland
Hildegard-Kräutergarten
Badenweiler
Im Jahr 2000 wurde der Kurpark in Badenweiler durch die ehrenamtlichen
Mitglieder der AGENDA 2001 erweitert. Damals wünschte der
Kurpark-Gärtnermeister Harald Schwanz, dass auch einige
Kräuterbeete angepflanzt werden sollten. Diese Idee rief Elsbeth
Vetter auf den Plan, welche den „Hildegard von Bingen
Kräutergarten“ initiierte. Durch freiwillige, tatkräftige
Unterstützung und Spenden der Hildegardgruppe
Markgräflerland, konnte dieses Vorhaben von der
Kurparkgärtnerei verwirklicht werden. Heute, im Jahre 2006
können wir sagen, dass der Hildegard-Kräutergarten ein
Anziehungspunkt im Kurpark von Badenweiler ist.
Ehrenamtliche Helferinnen der Hildegardgruppe Markgräflerland
treffen sich von April bis November alle zwei Wochen für einige
Stunden, um die Gärtner bei der Pflege der Kräuterbeete zu
unterstützen.
Besichtigen kann man den Garten ganzjährig. Vom April – Oktober
finden jeweils dienstags um 10.00 Uhr kostenlose Führungen durch
den Hildegard von Bingen-Garten statt.
Informationen:
Badenweiler Thermen u.Touristik GmbH
Ernst Eisenlohr-Strasse 4, D-79410 Badenweiler
Tel. +49 (0)7632 799 300, Fas: +49 (0)7632 799399
touristik@badenweiler.de
Anke Lyttwin
Mariengarten mit Hildegard
Heilkräutern
in der Heckenschule
Goch-Nierswalde/Niederrhein
Der Mariengarten, mit einer Fläche von ca. 1000 m², ist der
wichtigste Gartenteil der „Heckenschule“,
einem Seminarbetrieb mit verschiedenen Schaugärten, ganz nah der
holländischen Grenze im Kreis Kleve.
In Anlehnung an alte Klostergärten bildet das Wegkreuz das
architektonische Grundkonzept
des Gartens. Wo sich sonst im Zentrum des Kreuzganges der Brunnen
befindet, erhebt sich hier
eine offene, mit Rosen und gelben Sumpflilien umwachsene Marienkapelle.
Neben Blumen,
Bäumen und Kräutern, die im christlichen Brauchtum eine Rolle
spielen, beherbergt der Garten vornehmlich „Marienpflanzen“ und einen
Teil der pflanzlichen Heilmittel der Hildegard von Bingen. Ziel ist es,
diese Sammlung zu komplettieren, um die Vielfalt und den Reichtum
dieser „Apotheke Gottes“ dem Betrachter mit allen Sinnen nahe zu
bringen.
Der Name „Heckenschule“ stammt aus Irland, wo im 17. Jahrhundert die
gälische Sprache verboten wurde und man sich im Schutze der Hecken
in den Heckenschulen traf, um altes traditionelles Wissen
weiterzugeben. Hecken waren die Medizinschränke des Mittelalters
und Orte des Schutzes.
Viele Pflanzen sind uns heute unbekannt und werden verkannt. Der
wachsenden Entfremdung
von Mensch und Natur gilt es entgegen zu wirken, indem die
„Heckenschüler“ für die Schönheit und Kräfte der
Natur sensibilisiert werden sollen, denn ein Abwenden von der
Schöpfung ist ein Entfernen von Gott!
Der Mariengarten ist wie die anderen Gartenbereiche der „Heckenschule“
an den Tagen der „Offenen Gartenpforte“ für Besucher
geöffnet. An diesen Tagen werden Führungen angeboten.
Eine Anmeldung ist für diese Termine nicht erforderlich.
Termine für 2006: 06./.07. Mai, 10./11. Juni und 22./23.Juli
jeweils von 10:00 bis 18:00.
Sonst ist der Garten den Teilnehmern der Heckenschulen-Veranstaltungen
vorbehalten.
Das ganze Jahr hindurch werden Führungen, Vorträge und
Seminare zu verschiedenen Themen angeboten.
Anmeldung ist erforderlich. Auf Wunsch kann das aktuelle Programm
angefordert werden.
Anke Lyttwin, Königsbergerstr. 167, 47574 Goch-Nierswalde
Tel.: 02823/419 419, Fax: 02823/8 79 08 23, E-Mail: heckenschule@web.de
www.heckenschule.de
Kurhaus Kreuz, Mariastein
Der Heilpflanzen und
Gewürzkräutergarten Mariastein
mit Hildegard-Gesundheitsgarten
Am Beginn des Schweizer Jura liegt in sehr schöner Umgebung ca. 25
km südwestlich von Basel nahe der französischen Grenze der
zweitgrößte Schweizer Wallfahrtsort Mariastein. Unweit der
Klosterkirche befindet sich das von den Erlenbader Franziskanerinnen
geführte „Kurhaus Kreuz“.
Im Park des Kurhauses wurde vor einigen Jahren ein sehenswerter
Heilkräutergarten angelegt.
Konzeption des Heilkräutergartens
Dieser Garten ist in geometrischer Form als Schulgarten
großzügig und übersichtlich angelegt. Den
Kreuzungspunkt der Wege ziert ein Rosenrondell.
Die Bepflanzung der Hauptbeete gliedert sich nach neun Indikationen.
Die auch bei Hildegard verwendeten Kräuter sind mit einem
grünen Punkt gekennzeichnet. Hierbei wird ein besonderer
Schwerpunkt auf die Küchenkräuter gelegt, die nach Hildegard
vor allem als Heilmittel verwendet werden. Sie sorgen für eine
bessere Verarbeitung der Speisen im Verdauungstrakt und eine optimale
Auswertung der Nährstoffe.
Er bietet wertvolles Anschauungsmaterial für Teilnehmer an Kursen,
die im Kurhaus stattfinden.
Besucher des Gartens können im Kurhaus einen Gartenprospekt
erwerben, der ausführliche Informationen zu den Pflanzen und ihren
Anwendungen enthält.
Das Kurhaus bietet verschiedensten Gruppen für Kurse, Tagungen und
Freizeiten aber auch für Einzelgäste ein gastfreundliches
Haus mit einem wohltuenden Ambiente. Auf Anfrage bieten die Schwestern
auch die Möglichkeit zur Teilnahme an den Mahlzeiten an.
Anfragen an Kurhaus Kreuz, CH-4115 Mariastein, Tel. 061 735 12 12, Fax:
061 735 12 13
E-mail: kurhauskreuz@bluewin.ch
Erfahrungsbericht
Gerne möchte ich Ihnen meinen Weg, zur Hildegardmedizin schildern,
wie ich zu dieser außerordentlichen Visionärin kam.
Ich weiß es noch ganz genau, es war an einem schönen
Sommertag, als ich mit meinem Freund Peter vormittags an einem
Würstelstand ein kaltes Bier trank, ich hatte erst Tage zuvor
meinen Führerschein bestanden. Ich war also in bester Stimmung,
voller Freude nun selbstlenkend mit meinem ersten Auto in mein
Heimatdorf zu fahren. Als ich nun in das Auto stieg, und erst einige
100 Meter gefahren war, bekam ich unheimliche Schmerzen, unter meinem
Rippenbogen auf der rechten Seite, ich konnte etwa 5- 10 Sekunden lang
nur mehr gebeugt und kaum atmend in verkrampfter Stellung meine Fahrt
fortsetzen.
Ganz perplex fragte ich mich: Was war das denn, so etwas ist mir doch
noch nie widerfahren?...
Meine Probleme bezüglich meines Schmerzes unter dem rechten
Rippenbogen häuften sich immer mehr, ohne Vorankündigung
hatte ich das Gefühl, dass mir jemand ein spitzes Messe hinein
stieß... Es kamen dann die schlimmsten Jahre, in denen ich
außer trockenen Reis und vielleicht etwas Salat über Wochen
hinweg nichts mehr an Essen ertrug, von einem Glas Wein (nicht von
einigen!) konnte ich nur noch träumen!...
Als ein Spezialist mir mit Ultraschall meine Organe untersuchte, konnte
er nichts feststellen.
Ich wollte, am Tiefpunkt angekommen, unserem Leben wieder eine andere
Richtung geben... Wir gingen von da an auch wieder
regelmäßig bei uns zu Hause zur heiligen Messe und sind in
den darauffolgenden Jahren wieder nach Medjugorie gefahren.
Meinem Problem ging es immer besser, jedoch ganz beschwerdefrei wurde
ich nicht, bis ich eines Tages in einer Zeitung etwas über die Hl.
Hildegard von Bingen las. dabei sprach mich etwas an, ich müsste
mir doch solch ein Buch zulegen, was ich auch tat: Es war die
Hildegard-Medizin von Wighard Strehlow.
Das erste Rezept, das ich anwandte, war das
Süssholzwurzelmischpulver, das ich ins Habermus am Morgen gab,und
zwar über einen Zeitraum von sechs 6 Wochen; Es war vom Geschmack
her schon eine kleine Überwindung, doch man gewöhnte sich
schnell daran. Der Erfolg, war sehr spürbar, ich würde sagen,
es ging mir um etwa 20-30% besser.
Nach einiger Zeit, probierte ich dann ein anderes Rezept, und zwar das
Sanikelkrautelixier, ... dann das Hirschzungenfarnelixier, und jetzt
das Muskatellersalbeielixier, ... dieses Mal trat der Erfolg noch
um einiges deutlicher zu Tage. Ich bin jetzt über einen Zeitraum
von etwa 3 Monaten fast beschwerdefrei.
Meine Ernährung in Bezug auf die HL. Hildegard habe ich so
umgestellt, dass ich zum Frühstück täglich mein Habermus
mit Dinkelflocken esse, das fast zu jedem Frühstück
gehört, zusätzlich esse ich fast ausschliesslich Dinkelbrot.
Ich habe schon einige Male festgestellt, wenn ich ein anderes Brot
esse, dass ich irgendwie nervöser und gereizter war, sowie auch
nicht so ein Wohlbefinden, wie wenn ich Dinkelbrot ass. Ich fühle
mich einfach freier, der Magen stößt nicht auf, ich habe
keine Belastung, die mir schwer im Magen liegt, meine Ausdauer beim
Joggen ist so merklich besser. Ja, es gäbe noch einiges
aufzuzählen.
Was ich ständig zu mir nehme sind meine Fenchel-Galganttabletten,
sowie mein Fenchel Tee, den ich auch sehr zu schätzen lernte.
Ich kann für mich nur sagen, dass die Rezepte, sowie die
Nahrungsmittel, welche uns die HL Hildegard von Bingen vermittelt,
wirklich den Erfolg bringen, den Sie in Ihren Schriften uns als
kostbaren Schatz hinterlassen hat. Ich werde also bei Problemen wissen,
wo ich Rat und Hilfe zu suchen habe.
Ich bin überzeugt, Gott hat mich auf die HL. Hildegard aufmerksam
gemacht, wofür ich Ihm sehr dankbar bin. Ich möchte noch die
Zeitspanne erwähnen: diese Krankheit hat mich ziemlich genau 20
Jahre beschäftigt!
Matthias Prinz
Die Rezepturen zu den genannten
Elixieren werden wir im nächsten Heft veröffentlichen.
DVD-Besprechung
Von der Firma pixelmovie kam in diesem Frühjahr eine DVD über
Hildegard von Bingen auf den Markt.
Hier werden die einzelnen Lebensorte Hildegards und ihre heutige
Erscheinungsform mit sehr informativen, auch gut gestalteten
Beiträgen gezeigt. Jene Menschen, die diese Orte noch nicht
besuchen konnten, erhalten ein anschauliches Bild und für die
anderen werden Erinnerungen aufgefrischt.
Inhaltlich ist darauf hinzuweisen, dass das Anliegen, gezielt zwischen
gesicherten Daten und Vermutungen zu unterscheiden, nicht
durchgängig realisiert werden konnte...
Leider finden sich auch in dieser DVD die emotional negativ
gefärbten Äußerungen gegenüber der Heilkunde
Hildegards, ohne dass Position und Gegenposition genannt werden.
Wünschenswert wäre eine sachliche, unvoreingenommene
Beschäftigung mit der Materie.
Preis: € 18.- zuzüglich € 2.- Versand
Zu beziehen ist die DVD über die Abtei St. Hildegard
in 65378 – Rüdesheim/Eibingen, Postfach 1320
oder direkt bei der Firma pixelmovie – Wolfgang Arnold, auf der Poweyh
15, D-66130 Saarbrücken,
E-mail: info@pixelmovie.de
Pflanzliche Heilmittel
Fenchel-Foeniculum
vulgare
Droge: Spaltfrüchte des Fenchels - Fructus
Foeniculi,
… aber bei Hildegard von Bingen werden auch Kraut und Knolle des
Fenchels beschrieben, wenn sie sagt: „wie
auch immer er gegessen wird, macht er den Menschen fröhlich!“
Hildegard von Bingen schreibt in ihrem Buch Heilkraft der Natur-
PHYSIKA:
„Der Fenchel hat angenehme Wärme
und ist weder von trockener noch von kalter Natur. Wenn man ihn roh
isst, schadet er dem Menschen nicht. Und wie auch immer er gegessen
wird, macht er den Menschen fröhlich und vermittelt ihm angenehme
Wärme und guten Schweiß, und er verursacht gute Verdauung.
Auch sein Same ist von warmer Natur und nützlich für die
Gesundheit des Menschen, wenn er anderen Kräutern beigegeben wird
in Heilmitteln. Denn wer Fenchel oder seinen Samen täglich
nüchtern isst, der vermindert den üblen Schleim oder die
Fäulnisse in ihm, der üble Geruch seines Atems verschwindet.
Fenchel bringt seine Augen zu klarem Sehen...“
Physica Cap. 1 - 66
... Im Hildegard-Handel gibt es auch Fenchel- oder
Fenchel-Galgant-Tabletten zum Lutschen, auch den Fencheltee sollte man
nicht vergessen.
... Fenchelmischpulver, früher Sivesan-Pulver genannt, bestehend
aus Fenchelsamen, Galgantwurzel, Diptamwurzel, und Habichtskraut, alles
gepulvert und in unterschiedlicher Menge gemischt. Darüber
schreibt sie: „...verschafft dem
Menschen Verdauung , verleiht ihm Kräfte und es vermittelt eine
gute und schöne Gesichtsfarbe..."
... In der Hildegard-Literatur finden wir weitere bewährte
Fenchel–Misch-Rezepte...
Fenchelfrüchte enthalten 2-6% ätherisches Öl mit dem
Hauptbestandteil Anethol, außerdem Zucker, Eiweiß und ein
fettes Öl.
Fenchel gedeiht auf nährstoffreichem Boden, der Hobbygärtner
wählt eine sonnige Gartenecke, da der zwei-mehrjährige
Doldenblütler bis zu 2m hoch werden kann.
Elsbeth Vetter
Hildegard-Küche
Fenchelcarpaccio, für 4 Personen:
Geeignet als Vorspeise oder kleiner Abendimbiss.
Rezept von Pia Gribi ...
Fenchelgemüse für 4 Personen
Rezept von Emmi Erni...
Tipps:
° Fenchelkraut passt nebst anderen Kräutern auch in den Bauch
von Fischen die man ganz dämpft oder kocht und kann über
Blattsalat gestreut werden.
° Dünne Scheibchen von frischen Fenchelknollen verfeinern
jeden Blattsalat. Fenchelkörner geben Schalen- oder
Salzkartoffeln ein feines Aroma.
Fencheltee: Wenn man Fenchelsamen in einem Mörser reibt, tritt das
Aroma stärker hervor.
1 Teel. Fenchelsamen, 1 L Wasser, 3 Min. lang kochen und
absieben.
Tipp: Fencheltee kann mit wenig zerbröselter Zimtrinde gemischt
werden. Einige Rosenblätter verfeinern die Subtilität.