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Nr. 77-80
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Zeitschrift Nr. 95, Dezember 2005

In der Nummer 95 unserer Zeitschrift finden sich folgende Themen:




Vorwort

Wieder geht ein Jahr mit verschiedenen Aktivitäten zu Ende.
Die Jahrestagung wurde dieses Jahr wieder in der Schweiz abgehalten und zwar in Wil, weil dort der größte Hildegard-Verein besteht. Die Internationale Gesellschaft wurde als erster Hildegard-Verein im Jahre 1980 in CH-Engelberg gegründet und deshalb kommt auch heute noch der größte Teil unserer Mitglieder aus der Schweiz.
Unsere Gesellschaft macht regelmäßig das Angebot von Jahrestagungen bzw. weiteren Tagungen, um Einzelmitgliedern, Hildegard-Gruppen und anderen Interessenten die Möglichkeit zu geben, sich einschlägig zu informieren, und um Kontakte und gegenseitigen Austausch zu pflegen. Diesem Engagement entsprechend wünschen wir uns Anregungen und Mitdenken unserer Mitglieder, aber auch eine rege Teilnahme bei den Tagungen.

Im Lauf der Jahre nahmen die Teilnehmer aus anderen Ländern Europas zu, vor allem wuchs die Teilnehmerzahl aus Deutschland. Deshalb führten wir in diesem Jahr erstmalig eine Tagung im Norden Deutschlands durch, welche einen guten Anklang fand (s. Bericht in dieser Zeitschrift). Es wurde der Wunsch geäußert, diese Möglichkeit eines Treffens in der Mitte oder im Norden Deutschlands zu einer Tradition werden zu lassen, da die weiten Entfernungen in die Schweiz eine Teilnahme nahezu unmöglich machen.

Bei beiden Tagungen wurde von den Mitgliedern des Therapeutischen Arbeitskreises  wiederum darauf hingewiesen¸ wie wichtig es ist, die persönlichen Erfahrungen mit der Hildegard-Heilkunde anderen Menschen weiter zu geben. Bitte schicken Sie uns Erfahrungsberichte; sie brauchen stilistisch nicht perfekt zu sein. Ich höre immer wieder, wie gerne diese Berichte gelesen werden; aber wenn keine Berichte geliefert werden, können auch keine veröffentlicht werden. Unsere Berichte sind nämlich echt und nicht fingiert.

Am Ende dieses Jahres will ich allen danken, die diese gute Sache zu einem Herzensanliegen machen und sich aktiv dafür einsetzen. Jede/r weiß, dass er selbst am meisten bereichert wird, wenn die hl. Hildegard mit ihrer Heilkunde und ihrem prophetischen Werk in seinem Leben einen wichtigen Stellenwert hat.

Zum Weihnachtsfest und zum Beginn des Neuen Jahres wünsche ich Ihnen allen viel Freude und Gottes Segen.
Ihre
Hildegard Strickerschmidt   Präsidentin



Immunsystem OK - Alles OK

Auszug aus demVortrag von Dr. Joachim Ebersberg bei der Jahrestagung in Wil am 24. September 2005

Was die Heilige Hildegard so schön formulierte: Pflege deinen Leib so, dass deine Seele gern darin wohnt, klingt heute etwas nüchterner: Jeder Mensch ist für den Zustand seines Immunsystems mit verantwortlich. Er muss wissen, wie sich bestimmte Verhaltensweisen auf seine Immunabwehr auswirken. Und dieses Wissen ist wichtig, denn:
Das Immunsystem ist die Grundlage für unsere Gesundheit.

Und nur eine gut funktionierende körpereigene Abwehr ist Garant für ein gesundes, langes Leben.
Die menschliche Abwehr gegen Krankheitserreger setzt sich aus zwei Systemen
zusammen: dem angeborenen und dem erworbenen (adaptierten) Immunsystem...

Die körpereigene Abwehr

Schauen wir daher zunächst einmal, was wir dazu tun können, unsere körpereigene Abwehr zu stärken – andererseits aber auch darauf, was unsere körpereigene Abwehr schwächt...

Wenn durch die Regel Benedikts von Nursia etwa 7 – 8 Stunden Schlaf oder zumindest körperliche Ruhe verordnet wurde, so deckt sich das genau mit unserem heutigen Wissensstand. Hildegard sagt:
 „Wenn die Seele des Menschen ihre Kräfte während des Schlafens in sich gesammelt hat, lässt sie sein Mark wachsen und stärkt es...

Singen stärkt die Abwehrkräfte
Mit dem Singen bewirken Sie zweierlei:
  •  eine gehobene Stimmung
  •  und eine Stärkung des Immunsysterms...
Singen macht glücklich.

Noch ein Wort zum Glück:
Freude und Lachen stärken das Immunsystem...
Dazu Hildegard von Bingen:
“Hat der Mensch die Heiterkeit seines Gemütes wieder erlangt, dann kehren auch die Gefäße in ihren gesunden Zustand zurück.

Stress schwächt das Immunsystem...

Hektik und Hetze herausnehmen.

Anstelle von: Ich mache dies und jenes schnell und noch dazu gleichzeitig,
sage ich: Ich mache dies und jenes richtig und eines nach dem anderen...

Ein heilsamer Trank gegen den Stress ist auch der Petersilienhonigwein.
Dieses wohlschmeckende Getränk aus Wein, Petersilie, Weinessig und Honig schützt und stärkt ein schwaches Herz und mobilisiert den Kreislauf gegen Stress und Ermüdung. Die Einnahme empfiehlt sich vor allem zwischen 11.00 und 13.00 Uhr, der „Herzzeit“ nach der chinesischen Organ-Uhr (nach Stiefvater). 11.00 – 13.00 Uhr ist auch Stresszeit!...

Durch Bewegung an der frischen Luft bzw. durch Sport können die Auswirkungen der Stresshormone z.B. Adrenalin und Cortisol abgebaut werden... (Fortsetzung im nächsten Heft.)

Rezept für „Nervenkekse“

Hildegard rät in ihrer „Physika“:
„Nimm Muskatnuss und gleichviel Zimt  und weniger Nelken und mache mit Semmelmehl und etwas Wasser daraus Törtchen.“ (Physika, Kap.1 – 21)

Für die langjährigen Hildegard-Freunde gehört dieses Rezept zur Standard-Ausrüstung...



Hildegard Tagung in Münster/Westfalen vom 14. - 16. Oktober 2005

Bericht von Frau Margret Stukenbrok, Münster

Zum ersten Mal fand in Münster eine Tagung der Internationalen Gesellschaft Hildegard von Bingen, CH – Engelberg statt, und zwar im Kolping – Tagungshotel., von Freitag 15.00 Uhr bis Sonntag 13.00 Uhr. Das Hotel Ambiente war sehr gut geeignet für eine solche Tagung. Mit 42 ständigen Teilnehmern und am Samstag mit 64 Personen war die Tagung gut besucht...

Nach der Begrüßung durch die Präsidentin  Hildegard Strickerschmidt, hieß Bürgermeisterin Frau Karin Reismann die Gäste in Münster herzlich willkommen, der Stadt des Westfälischen Friedens, und hob hervor, dass Münster die lebenswerteste Stadt in Deutschland sei.

Frau Hildegard Kemper stellte den Hildegard-Kreis Münsterland vor und entschuldigte die Vertreter der Kirche, da die Seligsprechung des Münsteraner Bischofs während der Nazizeit, Kardinal von Galen, in Rom stattfand.

Über den Freundeskreis Hildegard von Bingen im nördlichen Münsterland berichtete Albert Bode aus Ibbenbüren...

Der Einführungsvortrag von Sr.Hiltrud Gutjahr von der Abtei St. Hildegard in Eibingen hatte das Thema: „Heil und Heilung des ganzen Menschen nach Hildegard von Bingen“...

Danach zeigte Dr. Louis van Hecken aus Belgien mit einem Power-Point in eindrucksvoller Weise seine Erfahrungen mit Bertram bei der Behandlung von Malaria und HIV/Aids in Sambia...

Im Vortrag „Hauptsache Mensch – die Bedeutung der heiligen Hildegard für unsere Zeit“ stellte Hildegard Strickerschmidt die heutige Sicht des Menschen... der ganzheitlichen Sicht Hildegards gegenüber,..

Die Ausführungen von Klaus Strickerschmidt folgen über: „Die Kräuterheilkunde Hildegards von Bingen mit Beispielen für die praktische Anwendung“. Illustriert durch farbige Photos gab es Tipps zum Anbau, Aussehen der Pflanzen und Wirkung bei Krankheiten, Zubereitung von Elixieren...

Das Ehepaar Dr. med. Michael Ptok und Agnes Ptok, Heilpraktikerin, aus Bielefeld referierte über:„Grundlagen und Anwendung der Hildegard Heilkunde.“...

Am Abend feierte Bischof Dr. Reinhard Lettmann zusammen mit den Teilnehmern einen Gottesdienst in der Hildegardis – Schule unter dem Motto: „Salbe die Menschen mit Barmherzigkeit und Trost, wie der Sohn Gottes“...

Am Samstag referierte Frau Dr. med. Angelika Pokropp-Hippen, Münster zum Thema „Leib-Seele-Einheit“  - Die Psychosomatik bei Hildegard v. Bingen.“ ...

Bei Abschluss und Zusammenfassung der Tagung wurde der Wunsch geäußert, öfter eine Tagung abzuhalten und dabei nur ein Thema zu behandeln. Als Tagungsorte wurden die Wirkungsstätten der hl. Hildegard wie Bingen oder Eibingen vorgeschlagen oder auch z.B. Köln.

Die anwesenden Ärzte und Heilpraktiker wünschten wieder ein Treffen des therapeutischen Arbeitskreises.
Von den Teilnehmern wurde die wohlwollende Atmosphäre, die Qualität der Vorträge und die Möglichkeit zu vielfachen Kontakten lobend erwähnt.



Die Hl. Hildegard in der Slowakei?

Hildegardfresko aus dem 13. Jahrhundert am Fuße der Karpaten wiederentdeckt.
Bericht von Klaus Strickerschmidt, Bingen.

Vor etwa zwei Jahren fand der evangelische Pfarrer von Dobsina/Slowakei, nahe der Hohen Tatra, auf der Suche nach einem Ansprechpartner die Homepage unserer Gesellschaft und nahm Kontakt zu uns auf, was dann zu einer Einladung führte.
In seiner Kirche war nämlich bei Renovierungsarbeiten ein Fresko einer schreibenden Nonne mit Heiligenschein entdeckt worden, das etwa um das Jahr 1300 entstanden ist. In der Reformationszeit übertüncht, schlummerte es unter einem dünnen Anstrich in der evangelischen Kirche...
Wie aber kommt Hildegard in die Slowakei?...



Bertram Projekt - Sambia Foundation

Dr. med. Louis van Hecken, Belgien
übersetzt von Hildegard Strickerschmidt

Im Oktober 1990 empfing ich die medizinischen Werke Hildegards von Bingen durch die Hand von Mutter Miriam Verheijen-Biesemans, wodurch die Idee entstand, Bertram nach Afrika zu bringen. Nachdem ich den Text über Bertram in Hildegards Buch „Physika“ gelesen hatte, verstand ich, dass diese Pflanze eine wichtige Rolle spielen würde in den bedrängenden tropischen Krankheiten wie Malaria und HIV/Aids.

Folgendes schreibt Hildegard über Bertram:
 „Der Bertram ist von gemäßigter und etwas trockener Wärme, und diese rechte Mischung ist rein und erhält gute Frische. Denn für einen gesunden Menschen ist er gut zu essen, weil er die Fäulnis in ihm mindert und das gute Blut in ihm vermehrt Er bereitet ihm einen klaren Verstand. Aber auch dem Kranken, der in seinem Körper schon schwer geschädigt ist, bringt er die Kraft zurück...Im Menschen schickt er nichts unverdaut hinaus, sondern bereitet ihm eine gute Verdauung. Und einem Menschen, der viel Schleim im Kopf hat und Bertraum häufig isst, dem mindert er den Schleim im Kopf. Aber auch häufig gegessen  vertreibt er die Brustfellentzündung und bereitet er reine Säfte im Menschen. Er macht seine Augen klar. Und auf welche Weise immer er gegessen wird, trocken oder in einer Speise, ist er nützlich und gut sowohl für den gesunden als auch für den kranken Menschen. Denn wenn ein Mensch ihn oft isst, vertreibt er von ihm die Krankheit und verhindert, dass er krank wird. Dass er beim Essen im Mund die Feuchtigkeit und den Speichel hervorruft, kommt daher, dass er die üblen Säfte herauszieht und die Gesundheit zurückgibt.“ (Physika, Erstes Buch, Cap 1-18)

Was ist Bertram? (ancyclus pyrethrum)
Ich verstand, dass dieser Text von Infektionskrankheiten handelt, speziell jenen Infektionen, welche das Blut betreffen, z.B. Malaria und HIV/Aids. Die aktiven Komponenten der Bertram-Wurzel sind gut bekannt und beschrieben. Die wichtigste ist Pyrethrin....

Ergebnisse moderner Forschungen mit anacyclus pyrethrum finden sich im Internet, in der homepage der National Library of Medicine. Wir betrachten diese moderne wissenschaftliche Forschung als eine Bestärkung der Weisheit der heiligen Hildegard....
(Fortsetzung über das Sambia-Projekt in der nächsten Ausgabe.)



Buchbesprechungen

Sehr erfreulich – neu aufgelegt
Hildegard von Bingen „Die Heilkraft der Natur – Physika“
Das Buch von dem inneren Wesen der verschiedenen Naturen der Geschöpfe
538 Seiten
Christiana-Verlag, CH – 8260 Stein am Rhein
Postfach 174
Bestellungen: orders@christiana.ch,
Tel. 0041 (0)52 741 41 31, FAX 0041(0)52 441 20 92
ISBN: 978-3-7171-1129-0
Preis: € 26.--

Nach einigen Jahren des Wartens legt der Christiana-Verlag dieses Hildegard-Buch wieder neu auf, nachdem es zuletzt im Jahre 1997 gedruckt wurde. Es ist einer von den zwei Teilen des medizinischen Werkes von Hildegard von Bingen. In neun Büchern werden darin etwa 500 Kräuter und Bäume, Tiere sowie Edelsteine, Metalle und Flüsse beschrieben. Angegeben ist die medizinische Brauchbarkeit, die in etwa 2000 Rezepten beschrieben ist.
Dieses Buch ist die erste vollständige Übersetzung der „Physika“ und fußt auf der Pariser Handschrift, die nach dem Jahre 1300 entstanden ist. Allerdings steht bis heute noch eine textkritische Bearbeitung aus, weshalb ein sorgfältiger Umgang notwendig sind. Wer möglichst nahe an die Quellen der Aussagen der hl. Hildegard herankommen und sich nicht auf zeitgenössische Interpretationen allein verlassen will, der sollte sich die Physika beschaffen.

Die Neuauflage ist mit einem ansprechenden outfit versehen: mit dem bekannten Glasfenster mit der hl. Hildegard farbig gut gestaltet. Im Mittelteil finden sich einige schöne Farbbilder von Heilpflanzen. Über das Buch verteilt wurden kurze historische Informationen eingeschoben z.T. mit Bildern und besinnlichen Texte

Besonders hervorzuheben sind die Ergänzungen im Steinbuch. Es wird zu jedem Stein ein Vergleich dazu gezogen, was zu Hildegards Zeit von anderen Autoren bekannt war. Das für Kenner nicht erstaunliche Ergebnis lautet: Die Übereinstimmungen sind äußerst dürftig, der größte Teil der hildegardischen Hinweise sind original.

Erfreulich ist auch der angefügte Text von Sr. Cäcilia Bonn OSB, Abtei St. Hildegard, D – Eibingen zu den Themen: „Der Mensch hält das Weltnetz in der Hand“ und „Gott und Mensch im Kampf mit dem Bösen in der Schau der hl. Hildegard.

Wer die Physika bis jetzt noch nicht besitzt, dem wird der Erwerb dieser Neuauflage empfohlen.

Nicht zu empfehlen
Petra Welzel „Hildegards Lied“
Der Roman über die Klostergründerin von Bingen
Krüger Verlag

Das Buch wird vom Verlag folgendermaßen angekündigt: „Ihr Vater will die junge Hildegard an einen Adligen verheiraten. Doch sie liebt Erik, einen Troubadour. Nur ein Ausweg bleibt: sie flüchtet ins Kloster...“
Geschmackloser konnte es nicht kommen. Dieses Buch trifft in seiner gefällig daherplätschernden Erzählweise genau die Lesegewohnheiten des heutigen Lesers. Wer aber auch nur eine leise Ahnung von Person, Leben und Werk der hl. Hildegard von Bingen hat, glaubt in der falschen Abteilung gelandet zu sein oder sich im Namen verlesen zu haben. Es ist ein Roman, ein Liebesroman, bei dem eine sympathische, freundliche Nonne im Mittelpunkt steht, die für jede x-beliebige Nonne stehen kann. Sie hilft kranken Menschen mit ihren mittelalterlichen Kräuterrezepturen, welche sie von einer alten Kräuterfrau übernommen hat. Die besondere Fähigkeit, gelegentlich künftige Ereignisse vorauszusehen oder religiös bedingte Lichterscheinung zu haben, lässt beim Leser falsche Assoziationen mit Hildegard von Bingen aufkommen. Als wichtigstes, den Roman durchziehendes - aber absolut unhistorisches - Geschehnis steht die Liebe zu dem Troubadour Erik, die in der Manier der heutigen Trivialliteratur beschrieben wird. Das vermeintlich Spannende daran soll sein, dass sich diese Nonne einfach nicht zwischen Kloster und Mann entscheiden kann.
Die Autorin gibt ihr den Namen Hildegard und mischt willkürlich einige angebliche Vorkommnisse aus dem Leben der hl. Hildegard von Bingen unter, die aber auf weite Strecken nicht den historischen Tatsachen entsprechen. Man fragt sich, mit welcher Absicht dieses Buch gedruckt wurde. Ganz sicher nicht, um Hildegard von Bingen als große Frau – wie es in der Ankündigung heißt – den Menschen näher zu bringen. Ich kenne kein Buch, in dem die Gestalt der hl. Hildegard gravierender verzeichnet ist.

Was müssen sich die hl. Hildegard von Bingen, eine der größten geistigen Erscheinungen des christlichen Abendlandes und diejenigen, die sie verehren, noch alles bieten lassen?