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Zeitschrift Nr. 91, Dezember 2004

In der Nummer 91 unserer Zeitschrift finden sich folgende Themen:




Vorwort

Das Jahr neigt sich seinem Ende zu und Jahresrückblick ist angesagt.

In einer sich sehr schnell verändernden Welt lenken wir in der Verbreitung der Botschaften und Erkenntnissen der heiligen Hildegard den Blick auf Dauerhaftes, Beständiges..

Unser Thema der diesjährigen Jahrestagung in Mariastein zeigte dies ganz deutlich: Die Bedeutung der Sinne ist ein zeitloses und immer gültiges Thema. Die Form der Tagung war aufgelockert, da die Vorträge und Referate ergänzt wurden durch einen „Sinnes-Erlebnis-Pfad“, wobei Augen, Ohren, Nase, Mund und Tasten ganz bewusst erlebt werden konnten, verbunden mit Hinweisen auf Heilmittel für die verschiedenen Sinne..

Ich wünsche Ihnen im Namen des Vorstandes weiterhin viel Freude mit unserer Patronin, so dass Sie im Neuen Jahr viele Menschen damit anstecken können...

Hildegard Strickerschmidt

Präsidentin

 


Die Bedeutung der Sinne bei Hildegard von Bingen – Aktive Sinneswahrnehmung – mehr Lebensfreude, mehr Lebensqualität auf dem Weg zum ewigen Heil.

Vortrag bei der Jahrestagung 2004 in Mariastein am 23.September 2004

Hildegard Strickerschmidt

1. Teil

Offenbar liegen wir mit diesem Thema im Trend, denn in den letzten Wochen fielen mir an verschiedenen Orten Hinweise auf Veranstaltungen auf, die sich in irgend einer Weise mit den Sinnen befassten, z. B.: Körper und Sinne, mit den Sinnen wahrnehmen, usw. –

Es häufen sich auch die Veröffentlichungen im wissenschaftlichen Bereich, welche die komplexen Verzahnungen zwischen Körpervorgängen und seelischem Erleben zum Gegenstand haben. Im weiteren Verlauf dieses Vortrags werde ich auf die Untersuchungsergebnisse der modernen Hirnforschung zu sprechen kommen. Aber auch im Bereich der Pädagogik und der Philosophie wird auf die Begrenztheit der rein naturwissenschaftlichen Erfassung von Lebensäußerungen verwiesen: „Während sich der Sehvorgang naturwissenschaftlich erklären lässt, drückt der Blick eines Menschen eine Absicht, Freude oder Angst aus... Doch nicht nur das Auge, der gesamte Leib wird zum Ausdruck der Person... Allein der Sinn entscheidet darüber, wie man sich verhält...“ (Aus einem Vortrag im Südwestfunk: Die Sprache des Körpers – Reflexionen über das Verhältnis von Leib und Seele, von Frau Prof. Regine Kather, Freiburg.)

 „Denn wohin die Absicht des Menschen ihn hinführt, dorthin richtet er auch seine Sinne.“(Hildegard von Bingen)

... Die verwendeten Texte der hl. Hildegard von Bingen stammen größtenteils aus ihrem Liber Divinorum Operum, dem Buch der göttlichen Werke, das bisher noch kaum bearbeitet wurde. Es ist zur Zeit noch in einer Übersetzung von Frau Mechthild Heieck auf dem Markt unter dem Titel: „Das Buch vom Wirken Gottes“, erschienen im Pattloch Verlag Augsburg.

Was ist unser Ziel?

Wir wollen mit der umfassenden Zusammenschau der heiligen Hildegard unsere seelisch - körperliche Ganzheit erfassen, insbesondere die zentrale Bedeutung unserer Sinne sowohl für die Bewältigung unseres Lebens als auch die Erreichung unseres Lebenszieles...

Die Kostbarkeit unseres Verstandes und unserer Einsicht ist gefasst in das leibliche Gewand sichtbarer Schönheit. Die fünf Sinne dienen als Verbindungskanäle zwischen Seele und Leib, zwischen der Außenwelt und unserem inneren Erleben, zwischen den Menschen und den Geschöpfen.

Sinne und Sinnesorgane

Etwas möchte ich gleich zu Anfang klarstellen:

Wenn wir mit Hildegard von Bingen über die Sinne nachdenken, geht es nicht allein um die Sinnesorgane, also um Augen, Ohren, Nase, Mund, Hände – dies sind nur die ausführenden Organe, die ihren Dienst für ein geglücktes, freudvolles und lebenswertes Leben leisten sollen...

Mit der hl. Hildegard bleiben wir aber nicht dabei stehen, sondern fragen nach der Bedeutung und dem Stellenwert der Sinne...

Es geht um die Wachheit unserer Sinne, die Achtsamkeit und die Erlebnisfähigkeit und um die Bedeutung für unser Leben.

 „Wenn es in dir dunkel ist, dann schau nach, ob deine Läden geschlossen sind.“...

Die reiche Ausstattung des Menschen

.... „O ihr überaus schönen Gestalten der Menschen, warum schlaft ihr denn in eurer Nachlässigkeit, wo euch Gott mit solch großer Herrlichkeit ausgestattet hat?“ (Heilkunde S.108)...

Was den Menschen auszeichnet ist die Verbindung zwischen seiner Vernünftigkeit und den Sinnen.

Weil der Mensch verständig ist, kann er alles verstehen, was er mit seinen Sinnen aufnimmt und empfindet...

Der innere Sinn

ist die zentrale Schaltstelle: Es ist die innere Einstellung welche entscheidet, was für mich und mein Leben wichtig ist. Der innere Sinn lenkt die Sinne, er bestimmt, was ich aufnehme, welchen Einflüssen ich mich aussetze, was ich hören, sehen, riechen oder schmecken will...

Du hast doch Augen zum Sehen und Ohren zum Hören, ein Herz zum Nachdenken, Hände zum Wirken und Füße zum Gehen... So hat dich Gott geschaffen.

Daher widerstehe deiner Bequem­lichkeit, deiner Nachlässigkeit und den anderen schädlichen Neigun­gen, und Gott wird dir beistehen.“...

Die Sinne als Stufen zum Erkennen

Vier unserer fünf Sinne sitzen im Kopf und haben unmittelbare Beziehung zum Gehirn, zum Denken.

Am höchsten Punkt der Rundung des Kopfes ist der Scheitel, Hildegard sagt: der Scheitelpunkt des Gehirns. Modern ausgedrückt  liegt dort das Großhirn, der Sitz der bewussten, wachen Verstandestätigkeit. Hier verarbeitet die Seele die Eindrücke, die von den Sinnen aufgenommen werden...

Sinnenbegabung und Sinnenverhaftung

Die Sinne sind die Instrumente, die wir richtig und verantwortungsbewusst benützen sollen. Wir können sie genau so zum Heil wie zum Unheil einsetzen...

Es ist offenbar eine sehr schwere aber ebenso wichtige Aufgabe, unsere Sinne durch unsere Einsicht zu lenken, da dies nicht nur Auswirkungen für unser sittliches Leben hat, sondern für unser Leben im Leib, hier und jetzt. Über die Sinne laufen die körperlichen  Vorgänge, die seelischen Impulse und der Kontakt mit der Außenwelt...

 „Der Mensch als ganzer  wird durch die Sinnentätigkeit des Hauptes geleitet.“

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Diese Erkenntnis der hl. Hildegard wurde erst in jüngster Zeit durch die Ergebnisse der modernen Gehirnforschung bestätigt. (Joachim Bauer, das Gedächtnis des Körpers, Eichborn Verlag, ISBN 3-8218-39565-2)

Ich bringe einige Zitate aus diesem Buch.

„Einer der faszinierendsten Aspekte der Hirnfunktion ist die Umwandlung von Erlebniseindrücken in biologische Signale. Wie seriöse wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, können Vorgänge im zwischenmenschlichen Beziehungen massiven Einfluss auf die Regulation zahlreicher Gene und aufgrund dessen nicht nur seelische, sondern auch weitreichende biologische Auswirkungen haben. (S. 10)

Den größten Einfluss auf die Regulation von Genen haben nichtstoffliche Signale jedoch im Gehirn:  Mit den Nervenzell – Systemen der fünf Sinne wahrgenommene zwischenmenschliche Situationen werden vom Gehirn fortlaufend in biologische Signale verwandelt... „

... Es ist verblüffend, wie moderne wissenschaftliche Untersuchungen die Schau der hl. Hildegard über die Vorgänge im Menschen bestätigen. Ein Umdenken ist gefordert in einer Zeit, in welcher der Mensch nur von seinem Körper her, von seinen materiellen Bausteinen und deren mechanischem Funktionieren her definiert wird.  (Fortsetzung folgt)


Heilmittel für die Sinnesorgane

Referat an der Jahrestagung 2004 in Mariastein

Referentin  Elsbeth Vetter, Badenweiler/Deutschland

Und ich schaute,... und ich hörte,... und ich sah,... liest man immer wieder bei Hildegard von Bingen,  und meint sich mitten im Thema Sinnesorgane,  wäre da nicht die Aussage Hildegards: 

Die Gesichte aber, die ich sah, empfing ich nicht durch die leiblichen Augen, oder die äußeren menschlichen Ohren, sondern ich erhielt sie in wachem Zustand, bei klarem Verstand, durch die Augen und Ohren des inneren Menschen. Wie das geschieht, kann der fleischliche Mensch schwer begreifen.“

Hildegard schreibt in  ihrem Werk  Liber divinorum operum, (das Buch der göttlichen Werke) in der vierten Vision folgendes:

Kapitel 34: Über die Sinne des Menschen, die Gestirne und das Wirken der Seele.

Der Mensch sieht mit den Augen, er riecht mit der Nase und schmeckt mit dem Mund. So werden auch durch die Kraft der Sonne und des Mondes  von den höchsten Sternen, die ihnen mit ihrem Dienst beistehen, Strahlen bisweilen zu den übrigen Gestirnen gesandt, so dass ein Licht von dem anderen entzündet wird...

Kaum sind bei Hildegard die Sehkraft der Augen, Gehör, Geruch, auch das Reden  und der Tastsinn,  aber auch Weisheit  und  Erkenntnis  angeklungen, befinden wir uns schon mitten im riesigen Kosmos, so  wie sie  diese Zusammenhänge in ihrer göttlichen Schau sehen durfte...

Heilmittel   für die Augen

Poleiminze - Mentha pulegium - ist ein mehrfaches Mittel gegen Augenleiden...

Veilchen, wohlriechend, (Viola odorata), Duftveilchenn oder Märzveilchen

Verwendet werden frisches oder getrocknetes Kraut und die Blüten

Veilchenöl (auch käuflich zu erwerben) gegen   Sehstörungen, Augentrübungen, gutartige Geschwulst...

Farn (Dryopteris filix-mas) gemeiner Wurmfarn

Verwendet werden die Blätter im Frühling.

Farn - Augen - Kompressen helfen bei Augentrübungen zur Reinigung, auch zur Prophylaxe...

Einfache Rebtropfen
.... das macht die Augen ohne Zweifel klar. (Physika 3-54)

Diese Tropfen sind sehr wohltuend.

Die einfachen Rebtropfen sind im Handel erhältlich

Über die Gerste

Beitrag von Kurt Gerster bei der Jahrestagung in Mariastein 2004

In ihrem Vortrag sagte Hildegard Strickerschmidt über die Bedeutung der Sinne bei Hildegard von Bingen, dass vier der fünf Sinne im Kopf zu Hause sind. Dazu machte ich mir Gedanken und verband diese mit dem Cap. 1 – 4 von der Gerste aus der Physica....

Die Gerste, mit Hafer und Fenchel gemischt in Wasser gekocht wird so zur Kraftnahrung...

Nun kommt noch ein geheimnisvolles Heilmittel.  „Und wenn der Kopf des Menschen krank ist, werde er oft mit (Gersten-)Wasser gewaschen und er wird gesund sein.“

Die Tragweite dieses Satzes ist kaum abschätzbar. Da wird nicht von einer bestimmten Krankheit gesprochen, auch nicht von der Herkunft eines Leidens, sondern es wird ganz einfach Gesundheit des Kopfes in Aussicht gestellt.

Eingangs haben wir gehört, vier von den fünf Sinnesorganen sind im Kopf zu Hause und hier vernehmen wir, ein mit Gerstenwasser gewaschener Kopf wird wieder gesund sein.  Haben wir da nicht ein Breitbandheilmittel  für die Sinnesorgane?

Da  drängt sich doch die Frage auf, gibt es nicht noch andere Kopfkrankheiten, die mit Gerstenwasser angegangen werden könnten?...

Frage: Dürfte man etwa eine Handvoll Gerstenkörner in einem Liter  Wasser eine Zeit lang auskochen, ein festes Handtuch eintauchen, etwas auswinden, damit den Kopf einpacken und mit einem Frottetuch zudecken?  Ich selbst würde diesen Versuch wagen.



Salbei und Eucharistie

von Bernhard Ehrensperger, Wyhlen/Baden

Diese beiden Begriffe, Salbei und Eucharistie, scheinen auf den ersten Blick nicht zueinander zu passen.

Seit ich mich mit den Visionsschriften und gelegentlich auch mit den naturkundlichen Schriften der heiligen Hildegard von Bingen befasse, wurde mir immer mehr bewusst, dass Hildegard von Bingen, wenn sie vom und über den Menschen spricht und schreibt, immer den ganzen Menschen meint. Diese Feststellung ist wohltuend; denn der Mensch wird in seiner Ganzheit heute nicht mehr so gesehen, er wird zu sehr analysiert und so erscheint er oft in Einzelheiten: physisch (körperlich), psychisch (seelisch), sozial und wie alle diese Aspekte heißen...

In einem guten Referat über die Heilpflanzen, das ich in unserem Hildegardkreis hörte, wurde der Salbei hervorgehoben: seine guten Wirkungen und die vielen Fälle, in denen der Salbe angewendet werden kann, wurden geschildert.

Die Bedeutung des Wortes „Salbei“

Natürlich interessierte mich, was das Wort Salbei bedeutet... So wird Salbei, lateinisch salvia, beschrieben als heilend...

Die Zubereitung und Darreichungsformen von Salbei

... Bei Hildegard steht: Accipe Salviam! Nimm Salbei und... er ist nützlich gegen die kranken Säfte. Pulverisiere ihn und iss dieses Pulver mit Brot.

Bei einer anderen Indikation lesen wir: Koche den Salbei in Wein und trinke.

Wenn der Mensch etwas an Gicht leidet, dann koche er Salbei in Wasser und trinke.

Diese Angaben wirkten auf mich fast wie eine Offenbarung. Die Hinweise auf Brot, Wein und Wasser rücken dadurch den Salbei in die Nähe der

Eucharistie...
Eucharistie bei Hildegard von Bingen

Im zweiten Teil ihres Buches „Wisse die Wege“ (Scivias) schreibt Hildegard in der sechsten Vision über „Das Opfer Christi und die Kirche“ von Brot, Wein und Wasser...

Wenn wir erfahren, dass Hildegard den ganzen Menschen meint, dann ist für sie wichtig, dass er Heilung für den Leib und Heil für die Seele braucht. Dann ist er ein ganzer Mensch, also: Salbei und Eucharistie!

Wir listen nun im Einzelnen die Rezepte auf, wie wir sie in Hildegards Naturheilkunde – Buch  „Physika – die Heilkraft der Natur“ finden. Sie sind unseres Erachtens leicht verständlich....



Hildegard von Bingen hat doch recht!

Unter dieser Überschrift erschien in der Zeitschrift „Arzt und Wirtschaft“ Nr. 10/2004 ein Artikel zur Arthrose.(S. 130)

Da wir im letzten Heft einen Erfahrungsbericht über die Heilung von Osteoporose veröffentlich haben, wollen wir es nicht versäumen, auf diesen medizinischen Bericht hinzuweisen.

Es heißt dort: „Bei einer Schädigung des hyalinen Knorpels der Gelenkoberfläche sind meist schmerzhafte Bewegungseinschränkungen die Folge. Neben aufwändigen chirurgischen Methoden kann auch Kollagen-Hydrolysat helfen... Schon Hildegard von Bingen empfahl gekochte Kalbsknorpel bei Gelenkschmerzen....

Obwohl in diesem Bericht nur von der Behandlung von Arthrose gesprochen wird, zeigt die Erfahrung, dass die Kalbsfussbrühe auch bei Osteoporose hilft. Die Herstellung ist recht einfach: Kalbsfüße werden etwa zwei Stunden in Wasser gekocht. Von dieser Brühe sollte man möglichst jeden Tag etwa ¼ Liter trinken oder zum Kochen verwenden. Die Brühe kann in kleinen Portionen eingefroren werden.

Wir wünschen gute Genesung.