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Nr. 77-80
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Zeitschrift Nr. 89, Juni 2004

In der Nummer 89 unserer Zeitschrift finden sich folgende Themen:




Vorwort

...Als Schwerpunktthema dieses Heftes wollen wir ein bisher nicht besprochenes Thema angehen, das für Interessenten und Freunde der Heilkunde der heiligen Hildegard neue Zusammenhänge und Einsichten öffnen und uns helfen kann, der Hildegard-Heilkunde in unserer Gesellschaft ein neues Gewicht zu geben. Neben anderen Naturheilverfahren gilt die Hildegard-Heilkunde in unserer Gesellschaft als Außenseiter-Methode. Wir wollen deshalb den
Ähnlichkeiten zwischen der traditionellen afrikanischen Medizin und der Hildegard-Heilkunde nachgehen.
Den Anlass hierzu gab eine Begegnung zwischen mir und Frau Prof. Yvette Parès anlässlich ihres Besuches in Bingen - Büdesheim, bei dem sie über ihr Krankenhaus Keur Massar im Senegal berichtete, das sie in zwanzigjähriger Arbeit aufbaute und dabei erstaunliche Erfolge erzielte..
Es gibt signifikante Übereinstimmungen zwischen den traditionellen Heilweisen anderer Länder und Kulturen - hier der afrikanischen Medizin - und der Hildegard-Heilkunde, die in der hier abgedruckten Abhandlung Frau Prof. Parès, die mir von ihr freundlicherweise zur Veröffentlichung in unserer Zeitschrift überlassen wurde,  ganz deutlich herausgestellt werden. Dieser Bericht wird somit erstmals im deutschen Raum bekannt gemacht. Aufgrund dieser Abhandlung erhielt Frau Prof. Parès am 12. Dezember 2002 in Paris einen Preis der Fondation de France - Denis Guichard Stiftung.
Wir danken Frau Parès für die Genehmigung zum Abdruck ihrer Arbeit, die wir in Auszügen wiedergeben. Sie beschreibt darin zunächst ihren Werdegang und dann ihre Erfolge mit der traditionellen afrikanischen Medizin.
Hildegard Strickerschmidt
Präsidentin



Professorin Yvette Pares -
Traditionelles Krankenhaus von Keur Massar

VON DER WESTLICHEN WISSENSCHAFT ZUR TRADITIONELLEN AFRIKANISCHEN MEDIZIN

Zwei gewöhnlich in sich widersprüchliche Quellen, die Wissenschaft und die Tradition, haben mein Leben und meine Tätigkeit stark geprägt. Bei diesem ungewöhnlichen Zusammentreffen wurde 1980 ein Werk der afrikanischen Medizin geboren: Das Centre de Soins de Keur Massar (Senegal), wo sich das therapeutische Erbe Afrikas in seinem unerschöpflichen Reichtum offenbarte.

I. Die wissenschaftlichen Aktivitäten
I.1. Biologie und pflanzliche Physiologie, 1952 – 1960
I.2. Mikrobiologie des Bodens, 1960 - 1972
       2. Medizinische Mikrobiologie, 1969 – 1984
Nach meiner Dissertation in Medizin 1986 orientierten sich meine Aktivitäten mit der bakteriologischen Forschung auf Lepra im Bereich der tropischen Endemie: (Endemie = Krankheit, die in einem bestimmten Gebiet ständig auftritt)...

II. Die Übergangszeit
Den Ergebnissen unserer Recherchen folgte eine Zeit schwieriger Überlegungen...
Im Interesse der Patienten war es notwendig, den Ausbau eines anderen Wissens zu fordern...

III. Die Aufnahme in die traditionelle Medizin
Trotz nur allzu realer Schwierigkeiten..., wurde die Aufnahme in die traditionelle Medizin Wirklichkeit...

IV. Vergleich der westlichen Medizin mit der afrikanischen Medizin
Beide medizinischen Richtungen verfolgen das gleiche Ziel, d.h. Patienten zu helfen und zu heilen, aber ihre Einstellungen, Methoden und Therapien sind sehr unterschiedlich.

A. Westliche Medizin
Wir betrachten die klinischen und therapeutischen Aspekte.
 A.1. Klinisch...
       A.2. Therapeutisch:
Etwas müssen wir ganz deutlich hervorheben:  Medizin und Wissenschaft dürfen nicht verwechselt werden..
        A.2.1. Beschaffenheit der Medikamente:
Die westliche Medizin beruht auf dem Gebrauch reiner Moleküle, deren Wirkungsprinzipien man bestimmen will. Dabei vergisst sie, dass noch lange nicht alle Einflussfaktoren  bestimmt sind...
Sie handelt räuberisch: Wie viel Tonnen einer bestimmten Pflanze müssen geopfert werden, um ein paar Gramm aktive Substanz zu erhalten. Man beraubt sich auch aller ergänzenden Eigenschaften, die die Pflanze mit einbringt, da sie sehr vielschichtig ist.

A.2.2. Risiken und Gefahren:
Die westliche Medizin hat ihren Höhepunkt mit den Antibiotika erfahren, die viele Menschenleben gerettet haben. Aber diese kurze Periode hat schwere Nachwehen. Man entdeckt in den Therapeutika  zahlreiche Schwachstellen sowie große Gefahren.

A.2.2.1. Ende der Antibiotika -Therapie
Man dachte, die Biologie der infektionsverursachenden Mikroorganismen gut zu kennen und mit den Antibiotika über ein Allheilmittel zu verfügen... Man ignorierte die außerordentlichen Anpassungsfähigkeiten pathogener Keime...

A.2.2.2. Schwache Antiviren...

A.2.2.3. Nichtwirksamkeit der Antimalariamittel...

A.2.2.4  Sekundäre Komplikationen und iatrogene Krankheiten (vom Arzt verursacht)...

A.3. Ergänzende therapeutische Überlegungen:...
 „Zuerst nicht schaden, dann der Natur helfen“

B. Traditionelle afrikanische Medizin
Die traditionelle afrikanische Medizin hat ihre eigenen Krankheitskonzepte, bei denen zum Tragen kommen: die vier Elemente, pathogene Ursachen (Krankheitsursachen), schädliche äußere Faktoren, Wirkung schlechter Geisteshaltungen. Die Krankheit wird wie eine ganzheitliche Person mit ihren Beziehungen zur sichtbaren und unsichtbaren Welt betrachtet. Geeignete Therapien werden ins Leben gerufen...

    B.1. Klinisch...
     B.2. Therapeutisch
Das therapeutische Verfahren der traditionellen Medizin erscheint der westlichen Medizin diametral entgegen gesetzt ...
B.2.1. Achtung der Pflanzen...

B.2.2.Zubereitung der Medikamente...

B.2.3. Komplexität der Behandlung...

B.2.4. Keine Verschwendung...

B.2.5. Zahlreiche Behandlungsmethoden
Untersuchen wir die Fälle einiger besonders gefürchteter Krankheiten.
B.2.5.1 Lepra...
B. 2.5.2. Tuberkulose
Das gleiche gilt auch für die Tuberkulose...
B.2.5.3. Malaria...
                 B.2.5.4. Übertragbare sexuelle Krankheiten
Die übertragbaren sexuellen Krankheiten, insbesondere Gonorrhöe (Tripper)  treten verstärkt wieder auf. Dieses Problem ist nicht unlösbar. Die traditionelle Medizin behandelt sie wirksam...

B. 2.5.5. HIV Infektion- AIDS
Der Sub-Sahara-Kontinent wird schwer geprüft von der HIV-AIDS-Infektion . Aber eine Frage muss man sich stellen: Wurden alle Vorkehrungen getroffen, um eine solche Katastrophe zu verhindern?
Die Antwort ist leider: NEIN. Zu viele negative Faktoren, unter ihnen eine nicht beherrschte Verwestlichung haben sofort zu ergreifende Initiativen seit dem Auftreten der Seuche verhindert. ethoden gegen Aids entwickeln können??“ ...

Wie bei Lepra oder Tuberkulose könnten sehr zahlreiche Behandlungsmethoden in Afrika oder überall auf der Welt in das Blickfeld rücken, wo noch  traditionelle Heilmethoden lebendig sind.
 
V: Ergänzende Aspekte: Kulturen und Wiederaufforstung
Die Rückkehr zur traditionellen Medizin in Afrika und anderswo erscheint absolut notwendig angesichts der weltweiten gesundheitlichen Problem, die ohne Aussicht auf Lösung bleiben... Eine starke Politik müsste eine Versorgung sicherstellen, die alle Belange nicht nur heute, sondern auch in der Zukunft sichert...

VI: Überlegungen und Schlussfolgerungen:
Die seit 1980 im Traditionellen Krankenhaus von Keur Massar gewonnene Erfahrung hat gezeigt, dass der Sub-Sahara-Kontinent auf gesundheitlicher Ebene nicht mittellos dasteht im Gegensatz zu der Vorstellung, die in den westlichen Staaten vorherrscht...
Dieses sehr große, sehr spezifische, nicht festgefahrene, sondern dynamische Wissen, das sich den zeitgenössischen Krankheitsbildern anpasst, sollte in aller Dringlichkeit zur Rate gezogen werden bei allen gesundheitlichen Kämpfen,  welche die Organismen der Zerstörung überlassen und bisher allein das Feld beherrschten.

Eine andere umfangreiche Initiative wäre es, die traditionellen Medizinrichtungen aller Kontinente zusammenzuführen, um den wirksamsten Kampf gegen die massive Rückkehr der Infektionskrankheiten, den alarmierenden Anstieg der derzeitigen Seuchen und das Auftreten neuer Krankheiten zu führen.

Der Gegensatz zwischen den Begriffen „wissenschaftlich“ und „empirisch“ sollte überwunden werden. Er hat keinen anderen Grund als die Unkenntnis des Wissens anderer und die Überschätzung unserer eigenen Errungenschaften. Man hätte nicht vergessen sollen, dass die Medizin eine Kunst ist,  zu helfen und zu heilen. Wie ein Baum trägt sie viele Zweige, von denen jeder seine Früchte gibt. Die Therapeutik hat Vorrang vor den theoretischen Gegebenheiten. Die Wissenschaft auf diesem Gebiet ist nur dienend, sie ist nicht der Meister, es zählen nur die wirksamen Behandlungen, was auch immer deren Ursprung sei. Sollte es nicht die Hauptaufgabe am Beginn des dritten Jahrtausends sein, für die Annäherung und die Begegnung der Medizinrichtungen der fünf Kontinente zu arbeiten mit der Hoffnung, die bereits existierenden Seuchen und jene, die sich am Horizont zeigen, zurückzudrängen?
Unser sehnlichster Wunsch ist es, dass dieses Zeugnis über die traditionelle Medizin neue Konzeptionen und Aktionen für die Weltgesundheit hervorbringt, indem es das Wissen, die Intelligenz und die Herzen in einer weltumfassenden Bewegung mobilisiert. Wäre das nicht die  Beste aller Globalisierungen?
                              Professorin Yvette PARE S
Nachwort
Zur nächsten Ausgabe unserer Zeitschrift wollen wir Ideen, Anregungen und Fragen zum vorstehenden Bericht sammeln, die sich auf die Ähnlichkeiten zwischen traditioneller afrikanischer Medizin und Hildegard–Heilkunde beziehen. Sie können diese an folgende Adresse richten:
Hildegard Strickerschmidt, Im Kirschgarten 4
D-55411 Bingen – Büdesheim
Fax: 06721 994162, E-mail: Klastri@01019freenet.de

Wer die Arbeit von Frau Dr. Parès unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende an folgendes Konto tun:
Aktion Canchanbury, Sparkasse Bochum, BLZ 430 500 01,
Konto-Nr. 34304444  mit dem Vermerk: Keur Massar, Frau Dr. Parès
   


Schröpfen

Vortrag von Frau Dr. Felicitas Karlinger, Bludenz, beim Treffen des Medizinischen Arbeitskreises am 24.Mai 2003

Die Schröpfbehandlung ist eine Heilmethode, die bereits im Altertum bekannt war. So wurden schon in mesopotamischen Gräbern Schröpfköpfe aus Ton gefunden. Bei Hildegard ist das Schröpfen eine der wichtigsten Ausleitungsverfahren, um vor allem das Bindegewebe zu reinigen. Ich erkläre das meinen Patienten, indem ich frage, ob sie ihr Auto regelmäßig zum Service bringen, denn niemand wird es riskieren, etwa ohne Ölwechsel fünf Jahre zu fahren. Hildegard sagt uns, wenn wir regelmäßig mit Aderlass und /oder Schröpfen unseren Organismus reinigen, so entstehen nicht  so leicht Krankheiten. Die Entscheidung, wann das Schröpfen sinnvoll ist, trifft der Arzt.

 In Hildegards medizinischen Buch „Ursachen und Behandlung von Krankheiten“ – Causae et curae – wird die Schröpfkopfbehandlung genau beschrieben: Wer, wann, wo und wie...

Schröpfstellen nach Hildegard von Bingen
(In der Zeitschrift ist hier eine Graphik eingefügt.)

Meine Erfahrungen mit dem Schröpfen sind außerordentlich gut. Vor allem Patienten mit Beschwerden wie starke Nackenverspannungen, Rückenschmerzen auf Grund von Überlastung oder Bandscheibenschäden verspüren in kurzer Zeit eine Verbesserung. So kommt regelmäßig ein Zahnarzt in meine Praxis;  lachend erzählt er mir, dass er schon fast „süchtig“ ist, denn nach der Behandlung ist der „Rucksack“ für einige Zeit (Wochen bis Monate) verschwunden.
Ein anderer Patient kam nach einem Hörsturz, der im Krankenhaus mit Infusionen ohne wesentliche Besserung behandelt wurde. Bereits einige Minuten nach dem Aufsetzen des Schröpfkopfes (blutig) hinter dem Ohr sagte er: „Ist das möglich, jetzt ist der Druck weg.“... 


  

Ernährung und Lebensführung, vorbeugend und heilend bei Herzproblemen

Vortrag von Frau Rosmarie Prica-Tönz, Praxis für Naturheilkunde,
CH- 4112 Bättwil/SO, anlässlich der Jahrestagung vom 25. – 27. Sept. 2003, 2. Teil

Allgemeine Lebensführung
Nebst der Ernährung ist eine bewusste Lebensführung ein weiterer wichtiger Bereich damit der Mensch körperlich, geistig und seelisch im Gleichgewicht bleibt... Auch die Heilkunde der hl. Hildegard basiert auf der Harmonielehre, auf einer „Ordnungstherapie“, allerdings kommt bei ihr als zentraler Bereich die christliche Spiritualität hinzu..
Mit dem  „richtigen Maß  in allen Dingen“ setzt Hildegard den Akzent in ihrer Heilkunde in erster Linie auf die Erhaltung der Gesundheit, erst in zweiter Linie geht es um die Behandlung von Krankheiten...
Wie der Mensch an Körper, Geist und Seele gesund bleibt, darüber schreibt Hildegard folgendermaßen:
„...Wenn die besagten Säfte weder übermässig trocken noch übermäßig feucht sind, sondern sich im richtigen Maß und in einem angemessenen Verhältnis durch die Glieder des Menschen ergiessen, dann bleibt er in seinem Körper heil und blühend in der Erkenntnis des Guten und Bösen... Du zeigst allen übrigen Menschen einen wunderschönen Wandel auf dem Wege des Gottessohnes...“

Seele und Körper
... Geht es der Seele gut, geht es auch dem Körper gut. In einem kranken Körper ist auch die Seele in Mitleidenschaft gezogen, oder, wenn die Seele kränkelt, wird langfristig auch der Körper krank.
Bei Herzstörungen, Herzkrankheiten ist dieses Zusammenspiel besonders empfindlich, gilt doch das Herz als Sitz der Seele. Kummer, Sorgen, Trauer und Angst u.ä. werden körperlich in der Herzgegend lokalisiert wahrgenommen...
Eine Hilfe: Gelöschter Wein...

Die Seele entlasten
Wir haben es in der Hand, unsere Seele zu entlasten. Was wir nicht verändern können, müssen wir versuchen zu akzeptieren, das bedeutet, in Versöhnung zu leben, den Alltag trotz schwerem Schicksal wie Krankheit, Familiensorgen, Existenznot u.ä. bewältigen...
Nehmen wir das seelische Befinden frühzeitig wahr, nehmen wir es ernst und lernen wir, darüber zu  sprechen... Der Weg Gottes führt in der christlichen Kultur immer über unseren Nächsten, über den Mitmenschen...

Die Freude als Vorbeugungsmittel
Fröhlich sein, sich freuen können ist eine der zuverlässigsten Vorbeugungs-maßnahmen...
Die Freude vermag über das neuro-vegetative Nervensystem einzugreifen; sie ist imstande, Verkrampfungen und Stauungen im Organismus zu lösen und zu beseitigen. Selbst Herz- und Kreislauffunktionen können durch  Freude positiv beeinflusst werden...
Hören wir zum Abschluss ein weiteres Zitat Hildegards zur Freude:
„...Daher soll jedwedes Geschöpf, das Leben hat, auf seinen Schöpfer Rücksicht nehmen und nicht danach trachten, aus sich selbst heraus seine Ehre zu finden. Die volle Freude darüber, dass er zu etwas nütze sei, kann ja der Mensch nicht aus sich selber haben, sie muss ihm vielmehr von einem anderen geschenkt werden...“