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Die Hl. Hildegard von Bingen
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Die Biografie der Hildegard von Bingen

Hildegard wurde geboren 1098, vermutlich in Bermersheim b.Alzey, als 10. Kind einer adeligen Famillie. Im Jahre 1112 wurde sie in die Klause auf dem Disibodenberg/Nahe in die Obhut von Jutta von Sponheim gegeben und wurde Benediktinerin. Nach dem Tode Juttas im Jahre 1136 wurde Hildegard zur Meisterin der kleinen Ordensgemeinschaft gewählt. Sie führte bis zum ihrem 43. Lebensjahr ein völlig verborgenes Leben. Schon als Kind erlebte sie erstaunt eine besondere Fähigkeit. Sie selbst sagt dazu in ihrer frühesten Lebensbeschreibung folgendes:
 
"Schon als ich im Schoß meiner Mutter heranwuchs, vom Hauch Gottes lebendig gemacht, hat er mir dieses Schauen eingeprägt... Als ich drei Jahre alt war, schaute ich ein so helles Licht, dass ich innerlich erzitterte. Weil ich aber noch so ein kleines Kind war, konnte ich nicht darüber sprechen. Bis zum fünfzehnten Lebensjahr schaute ich vieles, und manchmal erzählte ich es einfach. Aber jene, die es hörten, wunderten sich sehr darüber, woher ich das alles wisse und woher es komme. Nun wunderte ich mich selbst darüber, dass offenbar nur ich diese Schau hatte. Daraufhin schwieg ich über das, was ich schaute, so gut ich konnte."

Hildegard schreibend

Im 43. Lebensjahr hörte sie den Anruf Gottes, zu sagen und aufzuschreiben, was sie innerlich schaut. Sie weigerte sich jedoch zunächst, weil sie erfahren hatte, dass die Menschen über sie spotteten und sie für verrückt erklärten. Erst durch Krankheit gezwungen legte sie Hand an die Abfassung ihres ersten Visionswerkes: Scivias - Wisse die Wege. Da sie selbst auf keinem Gebiet eine systematische Schulung hatte und deshalb ein schlechtes Latein schrieb, diente ihr der Mönch Volmar als Sekretär. Sie selbst bezeichnet sich immer als "ungelehrte Frau", die nur das weiß, was sie in ihrer inneren Schau sieht.

Um 1150 gründete sie, begleitet von vielen Schwierigkeiten, ein eigenes Kloster auf dem Rupertsberg bei Bingen. Hier entfaltete sie ihr reichhaltiges Lebenswerk durch Niederschrift zahlreicher Bücher (siehe Bibliographie), durch eine ausgedehnte Korrespondenz mit vielen einflussreichen und mächtigen Persönlichkeiten ihrer Zeit, durch die Leitung ihres Rupertsberger Klosters und ihrer Zweitgründung, des Klosters Eibingen jenseits des Rheines, das sie wöchentlich zweimal besuchte. Ihr Biograph Wibert von Gembloux berichtet begeistert, dass ihr Kloster sehr zweckmäßig eingerichtet und in alle Arbeitsräume Wasserleitungen gelegt seien. Sie hatte daneben den Ansturm vieler Ratsuchenden und Kranken zu bewältigen. Es werden von ihr zahlreiche Gebetsheilungen berichtet.

Im Alter von 60 Jahren begann sie damit, Missions- und Predigtreisen zu machen, nach Franken, nach Lothringen und Trier, nach Köln und Lüttich, und mit 72 Jahren reiste sie nach Schwaben bis nach Hirsau, Maulbronn und Zwiefalten.

Nach einem sehr belastenden Konflikt mit dem Mainzer Domkapitel starb sie hochbetagt am 17. September 1179 in ihrem Kloster Rupertsberg, schon zu Lebzeiten anerkannt und als Heilige verehrt. Ihre Gebeine ruhen in der Wallfahrtskirche Eibingen; hier wird jährlich an ihrem Sterbetag ein großes Fest gefeiert.

Reste des Klosters Disibodenberg

Heute sind kaum noch bauliche Überreste ihrer Wirkungsstätten erhalten, wie links im Bild die Klosterruine auf dem Disibodenberg. Ihr geistiger Einfluss aber ist gerade heute wieder weit verbreitet, Diese Äbtissin aus dem Mittelalter stellt bei aller Faszination für den modernen Menschen eine Verunsicherung und Herausforderung dar.